Automatische Schmierung in Kläranlagen & Wasseraufbereitung
Kläranlagen laufen rund um die Uhr unter rauen Bedingungen: ständige Feuchtigkeit, aggressives Abwasser und weitläufige Anlagen mit Dutzenden schwer zugänglicher Schmierstellen. Automatische Schmierstoffgeber verhindern Lagerausfälle — zuverlässig, auch ohne Wartungspersonal vor Ort.
In der Kläranlage haben es Lager und Kettenantriebe schwer: Dauerfeuchte, Abwasser und Feststoffe waschen das Fett aus den Lagern und lassen sie innerhalb weniger Wochen rosten. Am kritischsten sind die Lager an Beckenräumern, Rühr- und Krählwerken sowie an den Schneckenpressen der Schlammentwässerung — oft an schwer erreichbaren Stellen. Automatische Einzelpunkt-Schmierstoffgeber mit Schutzklasse IP68 geben laufend die genaue Fettmenge ab, sodass keine Schmierstelle mehr vergessen wird. Für nasse Bereiche eignet sich ein wasserfestes EP-Fett (Calciumsulfonat, NLGI 2). An Faultürmen und in Biogaszonen zusätzlich auf ATEX-Zulassung achten.
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Herausforderungen in der Kläranlage
Was Lager und Ketten in Abwasseranlagen täglich zerstört
Kritisch
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Dauerfeuchtigkeit & Wasserauswaschung
Beckenräumer, Längsräumer und Förderketten stehen permanent in Kontakt mit Abwasser. Handelsübliche Fette werden innerhalb von Wochen ausgewaschen — Korrosion und Trockenlauf folgen.
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Chemische Angriffe
Phosphate, Säuremittel, Klärschlamm und Reinigungschemikalien greifen Schmierstofffilme aktiv an. Mineralölbasierte Standardfette versagen unter diesen Bedingungen schnell.
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Schwer zugängliche Stellen
Lager an Beckenräumerbrücken, Unterwasserwellen und Faulturmrührwerken sind oft nur unter Sicherheitsaufwand erreichbar — manuelles Nachschmieren ist teuer und gefährlich.
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Temperaturwechsel & Außenbetrieb
Viele Schmierstellen befinden sich im Freien. Temperaturschwankungen zwischen -15 °C im Winter und über +40 °C im Sommer stellen hohe Anforderungen an die Schmierstoffkonsistenz.
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Personalmangel & weitläufige Anlage
Kommunale Kläranlagen werden oft von kleinen Teams betreut. Eine typische Anlage hat 60–120 Schmierstellen auf einem Gelände von mehreren Hektar — systematisches manuelles Schmieren ist kaum leistbar.
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Kontinuierlicher Betrieb ohne Stillstandsfenster
Kläranlagen können nicht für Wartungsarbeiten abgeschaltet werden. Ungeplante Ausfälle durch Lagerschaden blockieren den Reinigungsprozess und führen zu Umweltverstößen mit Bußgeldrisiko.
In der Abwassertechnik ist der häufigste Grund für Lagerschäden, dass Wasser das Fett aus dem Lager wäscht. Ein wasserfestes Fett allein reicht dann nicht — es muss öfter nachgefettet werden, damit ausgewaschenes Fett laufend ersetzt wird. Genau das leisten automatische Schmierstoffgeber mit einstellbarer Laufzeit.
Praxiserkenntnisse aus der Instandhaltung kommunaler Kläranlagen
Elektromotoren-Lager (allg.) Pumpen-, Rühr- und Antriebsmotoren
Gesamte Anlage
FeuchtigkeitVibrationen
C — Standard
Motorenlager-Fett NLGI 2–3, Polyharnstoffverdicker oder Li-Komplex Herstellerangabe Nachschmiermenge und -intervall einhalten
Die Angaben in dieser Matrix sind unverbindliche Orientierungswerte. Maßgeblich sind die Vorgaben des Maschinen- und Schmierstoffherstellers; Fettangaben herstellerneutral prüfen. Keine Haftung.
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Schmierstoffauswahl nach Zone
Drei Basistypen für die spezifischen Anforderungen der Kläranlage
Zone A — Dauernass
Ca-Sulfonat-Komplex EP
Für alle wasserexponierten Lager
BasisMineralöl / PAO
VerdickerCalciumsulfonat-Komplex
NLGI2
Temperatur-20 °C bis +130 °C
Zone B — Schlamm & Abrasion
EP Li-Komplex Schwerlast
Für Schneckenpressen & Transportbänder
BasisMineralöl, hochviskos
VerdickerLithium / Lithiumkomplex
NLGI2–3
Temperatur-20 °C bis +140 °C
Zone C — Hochdrehzahl
Polyharnstofffett NLGI 2–3
Für Zentrifugen & Elektromotoren
BasisMineralöl / PAO
VerdickerPolyharnstoff (Urea)
NLGI2–3
Temperatur-40 °C bis +160 °C
⚠️ Fettverträglichkeit beachten
Bei einem Fettwechsel immer die Verträglichkeit zwischen altem und neuem Fett prüfen. Mischungen aus Lithium- und Calciumsulfonat-Verdicker können zu Strukturzerfall und Schmierstoffversagen führen. Im Zweifelsfall Lagerstellen vor dem Wechsel vollständig reinigen.
Alle genannten Schmierstoffe sowie passende PERMA-Füllungen sind in der LUBIX Database hinterlegt — mit Kreuzreferenzen, NLGI-Klassen und Verträglichkeitstabellen.
Diese Fettempfehlungen sind unverbindliche Orientierungshilfen und herstellerneutral zu prüfen. Eignung und Verträglichkeit vor dem Einsatz mit dem Hersteller abklären. Keine Haftung.
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Welcher Schmierstoffgeber passt zu Ihrer Kläranlage?
Noch manuell schmieren? In wenigen Fragen zur passenden perma-Lösung — inklusive Fettempfehlung und Einstellungsvorschlag.
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Präzise Empfehlung in wenigen Fragen
Frage 1 von 7
Schritt 1 / 7 — Umfang
Wie viele Schmierstellen möchten Sie automatisieren?
Zählen Sie Lager, Ketten, Führungen — alle Stellen die Sie bisher von Hand nachschmieren.
Schritt 2 / 7 — Anwendung
Was soll hauptsächlich geschmiert werden?
Wählen Sie den häufigsten Lager- oder Maschinentyp in Ihrer Anlage.
Schritt 3 / 7 — Temperatur
Welche Betriebstemperatur herrscht an der Schmierstelle?
Gemeint ist die Lagertemperatur im laufenden Betrieb — nicht die Umgebungsluft.
Die kritischste Umgebungsbedingung entscheidet über Schutzbedarf und Fetttyp.
Schritt 5 / 9 — Belastung
Wie ist die mechanische Belastung an der Schmierstelle?
Stoß- und Schwingungsbelastung erfordert MoS₂-haltige oder Hochlastfette — unabhängig von Temperatur und Umgebung.
Schritt 5 / 7 — Intervall
Wie lange soll ein Schmierstoffgeber halten?
Kürzere Intervalle = mehr Kontrolle. Längere Intervalle = weniger Wartungsaufwand.
Schritt 6 / 7 — Antrieb
Was steht an der Schmierstelle zur Verfügung?
Entscheidend für die Wahl zwischen elektromechanischem, gas- oder federbetriebenen Systemen.
Schritt 7 / 7 — Sonderanforderungen
Gibt es besondere Anforderungen?
Falls nichts zutrifft, wählen Sie „Keine besonderen Anforderungen".
⚠️ Individuelle Beratung empfohlen
Ihre Anforderungen sind komplex — das ist gut so. Für diese Kombination empfehlen wir eine persönliche Auslegung. Ihre bisherigen Angaben werden direkt mitübermittelt.
📋 Ihre bisherigen Angaben
Mit dem Absenden stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Wir antworten innerhalb von 24 Stunden.
Diese Empfehlung ist eine unverbindliche Orientierungshilfe auf Basis Ihrer Angaben und ersetzt keine fachliche Auslegung. Die tatsächlich geeignete Schmierlösung hängt von den konkreten Betriebsbedingungen Ihrer Anlage ab; verbindlich sind die Vorgaben des Maschinen- und Schmierstoffherstellers. Produkt- und Fettangaben dienen der Orientierung und sind herstellerneutral zu prüfen — eine Haftung für Eignung, Vollständigkeit oder daraus resultierende Schäden wird nicht übernommen.
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Anfrage erfolgreich übermittelt
Vielen Dank! Wir haben Ihre Angaben erhalten und melden uns innerhalb von 24 Stunden mit einer individuellen Empfehlung.
Tipp: Mit dem LUBIX Schmierstellen-Manager können Sie Ihre Schmierstellen schon jetzt digital erfassen.
Wann welche Montagevariante in der Kläranlage sinnvoll ist
Variante 1
Direkte Montage
Schmierstoffgeber direkt am Schmiernippel
Schnelle und einfache Installation ohne Hilfsmittel
Optimal bei ruhigen, leicht zugänglichen Schmierstellen
Für Pumpwerke, Motoren und stationäre Lager geeignet
Keine Schlauchverluste, direkter Druckaufbau
Empfohlen für Kläranlagen
Indirekte Montage
Schmierstoffgeber seitlich via Schlauch
Schmierstoffgeber außerhalb des Gefahrenbereichs montierbar
Ideal für Drehkranzlager an Räumerbrücken (Schlauch bis 5 m)
Entkopplung bei starken Vibrationen — schützt den Geber
Einfacher Austausch ohne Annäherung an bewegliche Teile
Pflicht bei ATEX-Zonen im Faulturmbereich
⚡ ATEX-Pflicht im Faulturmbereich
In Ex-Zonen 1 und 21 (Faulturm, Gassammelräume) dürfen ausschließlich ATEX-zertifizierte Schmierstoffgeber eingesetzt werden. Die Zoneneinteilung muss durch eine befähigte Person nach ATEX-Richtlinie 2014/34/EU durchgeführt worden sein. Nicht-zertifizierte Geber stellen eine erhebliche Zündgefahr dar.
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Passende Schmierstoffgeber — auf Anfrage
Geräte und Menge wählen, gebündelt anfragen
Diese perma-Schmierstoffgeber passen typischerweise zu Schmierstellen im Bereich Kläranlage. Menge wählen, auf die Anfrageliste setzen und gebündelt anfragen – Preise und Auslegung erhalten Sie auf Anfrage.
perma FLEX
Gasbetrieben, IP 68 und Ex-zertifiziert – robust für nasse, staubige und explosionsgefährdete Bereiche.
Eigenfett-Befüllung (auf Anfrage): Grundsätzlich ist es möglich, die Schmierstoffgeber auf ausdrückliche Anfrage mit einem von Ihnen bereitgestellten, freigegebenen Fett zu befüllen. Diese Befüllung wird als separate Dienstleistung angeboten und ist im Einzelfall gesondert anzufragen und abzustimmen. Mehr dazu →
❓
Häufige Fragen zur Schmierung in Kläranlagen
Fragen aus der Praxis und der Instandhaltung
Für Kläranlagen eignen sich elektromechanische Einzelpunkt-Schmierstoffgeber mit IP68-Schutz und korrosionsbeständigem Gehäuse besonders gut. Sie können direkt oder per Schlauch indirekt montiert werden und arbeiten zuverlässig im feuchten Außenbereich. Wichtig ist eine stufenlos einstellbare Laufzeit von 1–12 Monaten, damit Versorgungsintervalle an die tatsächlichen Bedingungen angepasst werden können. Für ATEX-Bereiche im Faulturm ist eine entsprechende Ex-Zulassung zwingend.
Für Beckenräumer und andere wasserberührte Anlagenteile in Kläranlagen wird ein EP-Fett der NLGI-Klasse 2 auf Calciumsulfonat-Komplex-Basis empfohlen. Dieser Verdicker ist von Natur aus wasserfest und schützt vor Korrosion, ohne dass zusätzliche Additive nötig sind. Die Wasserbeständigkeit von Schmierfetten wird z. B. statisch nach DIN 51807-1 (visuelle Bewertung) oder als dynamische Auswaschung nach ASTM D1264 geprüft.
Die Nachschmierintervalle hängen von Drehzahl, Lagerbelastung und dem Grad der Wasserexposition ab. Bei kontinuierlich laufenden Beckenräumern und Rührwerken unter ständigem Wasserkontakt empfehlen sich beim manuellen Schmieren Intervalle von 4–8 Wochen. Mit automatischen Schmierstoffgebern mit einstellbarer Laufzeit von 1–3 Monaten kann die Versorgung kontinuierlich erfolgen, was Lagerausfälle durch Unter- oder Überschmierung verhindert. Für Drehkranzlager mit sehr langsamer Drehzahl gelten oft kürzere Intervalle, da der Filmaufbau bei niedrigen Drehzahlen schlechter ist.
Der häufigste Ausfallgrund ist Wassereintritt in das Lager, der Korrosion und Fettauswäschung verursacht. Hinzu kommen Verunreinigungen durch Phosphate, Säuremittel und Sand im Abwasser, die abrasiven Verschleiß erzeugen. Vergessene Schmierstellen — besonders an schwer zugänglichen Stellen wie Unterwasserlagern oder Beckenräumerbrücken — führen zu Trockenlauf. Automatische Schmierstoffgeber beseitigen das Risiko vergessener Schmierstellen vollständig und liefern gleichzeitig die kleinen, häufigen Fettmengen, die durch Wasserauswaschung verloren gehen.
Ja. In Kläranlagen existieren Ex-Zonen insbesondere im Bereich von Faultürmen und Biogasaggregaten (Zone 1/21 nach ATEX). Für diese Bereiche gibt es ATEX-zertifizierte Schmierstoffgeber mit Zulassung für Zone 1 (Gas) und Zone 21 (Staub). Vor der Installation ist eine Zoneneinteilung nach ATEX-Richtlinie 2014/34/EU durch eine befähigte Person erforderlich. Nicht-zertifizierte Standardgeber dürfen in diesen Bereichen nicht eingesetzt werden.
Eine Schneckenpresse zur Schlammentwässerung hat typischerweise folgende kritische Schmierstellen: die Wälzlager beider Schneckenwellen (innen und außen), das Antriebslager des Elektromotors, die Schneckengetriebelager sowie eventuell vorhandene Führungslager der Druckzone. Da Schneckenpressen unter erheblichem Axialdruck und mit feuchtem, abrasivem Schlamm betrieben werden, sind NLGI-2-Fette mit EP-Additiven und guter Wasserbeständigkeit zwingend erforderlich. Die Nachschmiermenge sollte nach der gängigen Faustformel (0,005 × D × B) oder Herstellervorgabe berechnet werden.
Ja, auch bei kleineren Kläranlagen lohnt sich der Einsatz automatischer Schmierstoffgeber. Bei nur 20–30 Schmierstellen summiert sich der manuelle Wartungsaufwand auf mehrere Stunden pro Monat — oft durch externe Wartungsfirmen. Hinzu kommt: Gerade kleinere kommunale Kläranlagen werden oft von Personal ohne spezialisierte Instandhaltungsausbildung betreut, was das Risiko falscher Fettmengen erhöht. Schon zwei vermiedene Lagerwechsel pro Jahr (typisch 300–800 € pro Lager inkl. Stillstand) amortisieren die Investition in automatische Schmiersysteme vollständig.
🔧 Kostenloses Tool für Instandhalter
Schmierstellen in der Kläranlage digital erfassen & tracken
Alle Schmierstellen strukturiert hinterlegen — Beckenräumer, Rührwerke, Schneckenpressen. Fälligkeiten tracken, QR-Etiketten drucken, PDF-Export für die Wartungsdokumentation.