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Automatische Schmierung in Kläranlagen & Wasseraufbereitung

Kläranlagen laufen rund um die Uhr unter rauen Bedingungen: ständige Feuchtigkeit, aggressives Abwasser und weitläufige Anlagen mit Dutzenden schwer zugänglicher Schmierstellen. Automatische Schmierstoffgeber verhindern Lagerausfälle — zuverlässig, auch ohne Wartungspersonal vor Ort.

Betrieb: 24/7 Dauerbetrieb
Schutzklasse: IP68 erforderlich
Schmierstellen: 30–200+ je Anlage
Hauptproblem: Wasserauswaschung
Kläranlage mit Rundbecken und Brückenräumer aus der Vogelperspektive
Nr. 1
Ausfallursache: Wasser im Lager
24/7
Betriebszeit ohne Unterbrechung
60 +
Typische Schmierstellen je Anlage
12 Mon.
Max. Laufzeit Einzelpunkt-Geber
⚡ Zusammenfassung für Instandhalter

In der Kläranlage haben es Lager und Kettenantriebe schwer: Dauerfeuchte, Abwasser und Feststoffe waschen das Fett aus den Lagern und lassen sie innerhalb weniger Wochen rosten. Am kritischsten sind die Lager an Beckenräumern, Rühr- und Krählwerken sowie an den Schneckenpressen der Schlammentwässerung — oft an schwer erreichbaren Stellen. Automatische Einzelpunkt-Schmierstoffgeber mit Schutzklasse IP68 geben laufend die genaue Fettmenge ab, sodass keine Schmierstelle mehr vergessen wird. Für nasse Bereiche eignet sich ein wasserfestes EP-Fett (Calciumsulfonat, NLGI 2). An Faultürmen und in Biogaszonen zusätzlich auf ATEX-Zulassung achten.

⚠️

Herausforderungen in der Kläranlage

Was Lager und Ketten in Abwasseranlagen täglich zerstört
Kritisch
💧

Dauerfeuchtigkeit & Wasserauswaschung

Beckenräumer, Längsräumer und Förderketten stehen permanent in Kontakt mit Abwasser. Handelsübliche Fette werden innerhalb von Wochen ausgewaschen — Korrosion und Trockenlauf folgen.

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Chemische Angriffe

Phosphate, Säuremittel, Klärschlamm und Reinigungschemikalien greifen Schmierstofffilme aktiv an. Mineralölbasierte Standardfette versagen unter diesen Bedingungen schnell.

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Schwer zugängliche Stellen

Lager an Beckenräumerbrücken, Unterwasserwellen und Faulturmrührwerken sind oft nur unter Sicherheitsaufwand erreichbar — manuelles Nachschmieren ist teuer und gefährlich.

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Temperaturwechsel & Außenbetrieb

Viele Schmierstellen befinden sich im Freien. Temperaturschwankungen zwischen -15 °C im Winter und über +40 °C im Sommer stellen hohe Anforderungen an die Schmierstoffkonsistenz.

👷

Personalmangel & weitläufige Anlage

Kommunale Kläranlagen werden oft von kleinen Teams betreut. Eine typische Anlage hat 60–120 Schmierstellen auf einem Gelände von mehreren Hektar — systematisches manuelles Schmieren ist kaum leistbar.

Kontinuierlicher Betrieb ohne Stillstandsfenster

Kläranlagen können nicht für Wartungsarbeiten abgeschaltet werden. Ungeplante Ausfälle durch Lagerschaden blockieren den Reinigungsprozess und führen zu Umweltverstößen mit Bußgeldrisiko.

In der Abwassertechnik ist der häufigste Grund für Lagerschäden, dass Wasser das Fett aus dem Lager wäscht. Ein wasserfestes Fett allein reicht dann nicht — es muss öfter nachgefettet werden, damit ausgewaschenes Fett laufend ersetzt wird. Genau das leisten automatische Schmierstoffgeber mit einstellbarer Laufzeit.

Praxiserkenntnisse aus der Instandhaltung kommunaler Kläranlagen
Schmierstelle an einem Lager mit Schmiernippel – typische Schmierstelle in einer Kläranlage
⚙️

Schmierstellen nach Prozessbereich

Mechanische Reinigung · Biologische Reinigung · Schlammbehandlung
01 · Mechanische Reinigung

Rechenanlagen, Sand- & Fettfang

Grobrechen / Umlenkrollen Kettenumlenkrollen und Rechen­antriebe — ständig nass, stark abrasiv
Längsräumer Fahrwerklager entlang langer Becken, oft außen montiert
Vorklärbecken-Räumer Laufradlager und Antriebswellen, dauerhaft unter Wasser
Schieber & Schütze Spindellager und Führungen mit Feuchtigkeit und Frost
02 · Biologische Reinigung

Belebungs- & Nachklärbecken

Belebungsbecken-Rührwerke Lüfterlager, Antriebswellen — Dauerbetrieb unter Wassernebel
Nachklärbecken-Räumer Radlagerung und Drehlager der Räumerbrücke, teils im Wasser
Drehkranzlager Großlager der Räumerbrücke — sehr langsame Drehzahl, hohe Radiallasten
Siebzahnräder Antriebsritzel mit Schmierstoffverlust durch Wasserspritzer
03 · Schlammbehandlung

Eindickung, Entwässerung, Faulturm

Schlamm-Transportband Umlenklager und Tragrollenlager unter Schlammaustrag
Schneckenpresse Wälzlager beider Schneckenwellen unter Axialdruckbelastung
Faulturm-Rührwerk Wellenlager im Faulturm — ATEX-Zone 1, Biogasatmosphäre
Eindick-Zentrifuge Hochdrehzahl-Wälzlager mit erhöhtem Wärmeeintrag
Schematische Darstellung der Schmierstellen in einer Kläranlage: mechanische, biologische Reinigung und Schlammbehandlung
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Schmierstellen-Matrix Kläranlage

Alle kritischen Stellen mit Empfehlung und Kritikalität
12 Stellen
Schmierstelle Prozessbereich Beanspruchung Kritikalität Schmierstoff & System
Drehkranzlager Nachklärbecken
Großwälzlager der Räumerbrücke
Biologische Reinigung DauernassLangsamdrehend A — Kritisch Ca-Sulfonat-Komplex-Fett NLGI 2, EP-Additiv, Wasserbeständigkeit DIN 51807
Einzelpunkt-Schmierstoffgeber indirekt via Schlauch
Schneckenpresse — Wellenlager
Wälzlager beider Schneckenwellen
Schlammbehandlung AxialdrucklastSchlamm A — Kritisch EP-Hochdruckfett NLGI 2, Li-Komplex, abrasionsbeständig
Direkte Montage, Intervall 4–6 Wochen
Faulturm-Rührwerk Lager
Wellenlager in Biogasatmosphäre
Schlammbehandlung ATEX Zone 1Biogas A — Kritisch ATEX-zertifizierter Schmierstoffgeber, EP-Fett NLGI 2
Zoneneinteilung vor Installation prüfen
Belebungsbecken-Rührwerk
Lüfterlager und Antriebswelle
Biologische Reinigung Wassernebel24/7 A — Kritisch EP-Fett NLGI 2, wasserbeständig, Ca-Sulfonat-Basis
Einzelpunkt-Schmierstoffgeber, Laufzeit 2–3 Monate
Kettenumlenkrollen Grobrechen
Antriebskette und Umlenkrollen
Mechanische Reinigung WasserFeststoffe B — Mittel Haftöl oder Kettenschutzfett, Öl-Schmierstoffgeber mit Bürste möglich
Kettenschmierung automatisch, Laufzeit 1–2 Monate
Längsräumer-Fahrwerklager
Führungsrollen entlang des Beckens
Mechanische Reinigung AußenbetriebFrost B — Mittel Universalfett NLGI 2, kältegängig bis -25 °C, wasserbeständig
Einzelpunkt-Schmierstoffgeber, Laufzeit 3–6 Monate
Schlamm-Transportband-Lager
Umlenk- und Tragrollen
Schlammbehandlung AbrasivNässe B — Mittel EP-Fett NLGI 2, abrasionsbeständig
Direkte Montage, automatische Versorgung empfohlen
Siebzahnräder
Antriebsritzel Sieb- und Rechenanlagen
Mechanische Reinigung WasserspritzerAbrasion B — Mittel Offenes Getriebeöl oder Haftfett, Sprühsystem bei großen Zahnrädern
Manuelle Kontrolle wöchentlich oder Nachrüstung
Pumpwerks-Wälzlager
Zulauf- und Förderpumpen
Mechanische Reinigung VibrationenFeuchtigkeit B — Mittel Li-Komplex-Fett NLGI 2, vibrationsstabil
Direkte Montage an Lagerstellen, automatisch empfohlen
Schieber- und Schützlager
Spindellager, Führungsschienen
Gesamte Anlage Seltener BetriebFrost C — Standard Universalfett NLGI 2 oder Gleitfett für Spindeln, kältegängig
Manuelle Schmierung halbjährlich ausreichend
Eindick-Zentrifuge Lager
Hochdrehzahl-Wälzlager
Schlammbehandlung HochdrehzahlTemperatur B — Mittel Hochdrehzahl-Fett NLGI 2–3, Polyharnstoffverdicker, Herstellervorgabe beachten
Kleinstmengenschmierung, Überschmierung vermeiden
Elektromotoren-Lager (allg.)
Pumpen-, Rühr- und Antriebsmotoren
Gesamte Anlage FeuchtigkeitVibrationen C — Standard Motorenlager-Fett NLGI 2–3, Polyharnstoffverdicker oder Li-Komplex
Herstellerangabe Nachschmiermenge und -intervall einhalten

Die Angaben in dieser Matrix sind unverbindliche Orientierungswerte. Maßgeblich sind die Vorgaben des Maschinen- und Schmierstoffherstellers; Fettangaben herstellerneutral prüfen. Keine Haftung.

🧪

Schmierstoffauswahl nach Zone

Drei Basistypen für die spezifischen Anforderungen der Kläranlage
Zone A — Dauernass

Ca-Sulfonat-Komplex EP

Für alle wasserexponierten Lager
BasisMineralöl / PAO
VerdickerCalciumsulfonat-Komplex
NLGI2
Temperatur-20 °C bis +130 °C
Zone B — Schlamm & Abrasion

EP Li-Komplex Schwerlast

Für Schneckenpressen & Transportbänder
BasisMineralöl, hochviskos
VerdickerLithium / Lithiumkomplex
NLGI2–3
Temperatur-20 °C bis +140 °C
Zone C — Hochdrehzahl

Polyharnstofffett NLGI 2–3

Für Zentrifugen & Elektromotoren
BasisMineralöl / PAO
VerdickerPolyharnstoff (Urea)
NLGI2–3
Temperatur-40 °C bis +160 °C

Alle genannten Schmierstoffe sowie passende PERMA-Füllungen sind in der LUBIX Database hinterlegt — mit Kreuzreferenzen, NLGI-Klassen und Verträglichkeitstabellen.

Diese Fettempfehlungen sind unverbindliche Orientierungshilfen und herstellerneutral zu prüfen. Eignung und Verträglichkeit vor dem Einsatz mit dem Hersteller abklären. Keine Haftung.

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Den richtigen Schmierstoffgeber finden

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Noch manuell schmieren? In wenigen Fragen zur passenden perma-Lösung — inklusive Fettempfehlung und Einstellungsvorschlag.
LUBIX Schmierstoffgeber-Finder
Präzise Empfehlung in wenigen Fragen
Frage 1 von 7
Schritt 1 / 7 — Umfang
Wie viele Schmierstellen möchten Sie automatisieren?
Zählen Sie Lager, Ketten, Führungen — alle Stellen die Sie bisher von Hand nachschmieren.
Schritt 2 / 7 — Anwendung
Was soll hauptsächlich geschmiert werden?
Wählen Sie den häufigsten Lager- oder Maschinentyp in Ihrer Anlage.
Schritt 3 / 7 — Temperatur
Welche Betriebstemperatur herrscht an der Schmierstelle?
Gemeint ist die Lagertemperatur im laufenden Betrieb — nicht die Umgebungsluft.
Schritt 4 / 9 — Drehzahl
Wie hoch ist die Betriebsdrehzahl des Lagers?
Niedrige Drehzahlen brauchen hochviskose Fette; hohe Drehzahlen leichtflüssige synthetische Basen. Näherungswert genügt.
Schritt 4 / 7 — Umgebung
Wie ist die Umgebung an der Schmierstelle?
Die kritischste Umgebungsbedingung entscheidet über Schutzbedarf und Fetttyp.
Schritt 5 / 9 — Belastung
Wie ist die mechanische Belastung an der Schmierstelle?
Stoß- und Schwingungsbelastung erfordert MoS₂-haltige oder Hochlastfette — unabhängig von Temperatur und Umgebung.
Schritt 5 / 7 — Intervall
Wie lange soll ein Schmierstoffgeber halten?
Kürzere Intervalle = mehr Kontrolle. Längere Intervalle = weniger Wartungsaufwand.
Schritt 6 / 7 — Antrieb
Was steht an der Schmierstelle zur Verfügung?
Entscheidend für die Wahl zwischen elektromechanischem, gas- oder federbetriebenen Systemen.
Schritt 7 / 7 — Sonderanforderungen
Gibt es besondere Anforderungen?
Falls nichts zutrifft, wählen Sie „Keine besonderen Anforderungen".
⚠️ Individuelle Beratung empfohlen Ihre Anforderungen sind komplex — das ist gut so. Für diese Kombination empfehlen wir eine persönliche Auslegung. Ihre bisherigen Angaben werden direkt mitübermittelt.
📋 Ihre bisherigen Angaben
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Ihr passendes System wurde gefunden
Basierend auf Ihren 7 Angaben
Empfohlenes System
perma STAR VARIO
Elektromechanischer Einzelpunkt-Schmierstoffgeber
LUBIX EMPFEHLUNG
🧪
perma MULTI LC 150-2 (SF01)
Mehrzweckfett · Li/Ca · −30 bis +130 °C · NLGI 2
⚙️ Empfohlene Konfiguration
Angebot anfragen →

Diese Empfehlung ist eine unverbindliche Orientierungshilfe auf Basis Ihrer Angaben und ersetzt keine fachliche Auslegung. Die tatsächlich geeignete Schmierlösung hängt von den konkreten Betriebsbedingungen Ihrer Anlage ab; verbindlich sind die Vorgaben des Maschinen- und Schmierstoffherstellers. Produkt- und Fettangaben dienen der Orientierung und sind herstellerneutral zu prüfen — eine Haftung für Eignung, Vollständigkeit oder daraus resultierende Schäden wird nicht übernommen.

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Anfrage erfolgreich übermittelt
Vielen Dank! Wir haben Ihre Angaben erhalten und melden uns innerhalb von 24 Stunden mit einer individuellen Empfehlung.
Tipp: Mit dem LUBIX Schmierstellen-Manager können Sie Ihre Schmierstellen schon jetzt digital erfassen.
🔧

Schmierstoffgeber direkt oder indirekt montieren?

Wann welche Montagevariante in der Kläranlage sinnvoll ist
Variante 1
Direkte Montage
Schmierstoffgeber direkt am Schmiernippel
  • Schnelle und einfache Installation ohne Hilfsmittel
  • Optimal bei ruhigen, leicht zugänglichen Schmierstellen
  • Für Pumpwerke, Motoren und stationäre Lager geeignet
  • Keine Schlauchverluste, direkter Druckaufbau
Schema: Schmierstoffgeber direkt am Schmiernippel oder indirekt per Schlauch montiert – KläranlageDIREKTINDIREKT ONE ONE Geber direkt am SchmiernippelStandardfall · gut zugänglichGeber abgesetzt, per Schlauchbei Nässe · z. B. am RäumerRichtwert · lubix.de
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Passende Schmierstoffgeber — auf Anfrage

Geräte und Menge wählen, gebündelt anfragen

Diese perma-Schmierstoffgeber passen typischerweise zu Schmierstellen im Bereich Kläranlage. Menge wählen, auf die Anfrageliste setzen und gebündelt anfragen – Preise und Auslegung erhalten Sie auf Anfrage.

perma FLEX

Gasbetrieben, IP 68 und Ex-zertifiziert – robust für nasse, staubige und explosionsgefährdete Bereiche.

Details →
1

perma ULTRA

Hochdruck-Geber (bis 50 bar, Schlauch bis 20 m) für entfernte oder schwer erreichbare Schmierstellen.

Details →
1

perma STAR VARIO

Elektromechanischer Einzelpunkt-Geber, temperatur- und druckunabhängig – der Allrounder für Lager und Antriebe.

Details →
1

perma FUTURA

Transparentes Gehäuse mit Füllstandskontrolle, korrosionsbeständig – ideal für hygienische/feuchte Bereiche.

Details →
1

perma NOVA

Gasbetrieben mit elektronischer Temperaturkompensation – konstante Abgabe bei schwankender Temperatur.

Details →
1

Eigenfett-Befüllung (auf Anfrage): Grundsätzlich ist es möglich, die Schmierstoffgeber auf ausdrückliche Anfrage mit einem von Ihnen bereitgestellten, freigegebenen Fett zu befüllen. Diese Befüllung wird als separate Dienstleistung angeboten und ist im Einzelfall gesondert anzufragen und abzustimmen. Mehr dazu →

Häufige Fragen zur Schmierung in Kläranlagen

Fragen aus der Praxis und der Instandhaltung
Für Kläranlagen eignen sich elektromechanische Einzelpunkt-Schmierstoffgeber mit IP68-Schutz und korrosionsbeständigem Gehäuse besonders gut. Sie können direkt oder per Schlauch indirekt montiert werden und arbeiten zuverlässig im feuchten Außenbereich. Wichtig ist eine stufenlos einstellbare Laufzeit von 1–12 Monaten, damit Versorgungsintervalle an die tatsächlichen Bedingungen angepasst werden können. Für ATEX-Bereiche im Faulturm ist eine entsprechende Ex-Zulassung zwingend.
Für Beckenräumer und andere wasserberührte Anlagenteile in Kläranlagen wird ein EP-Fett der NLGI-Klasse 2 auf Calciumsulfonat-Komplex-Basis empfohlen. Dieser Verdicker ist von Natur aus wasserfest und schützt vor Korrosion, ohne dass zusätzliche Additive nötig sind. Die Wasserbeständigkeit von Schmierfetten wird z. B. statisch nach DIN 51807-1 (visuelle Bewertung) oder als dynamische Auswaschung nach ASTM D1264 geprüft.
Die Nachschmierintervalle hängen von Drehzahl, Lagerbelastung und dem Grad der Wasserexposition ab. Bei kontinuierlich laufenden Beckenräumern und Rührwerken unter ständigem Wasserkontakt empfehlen sich beim manuellen Schmieren Intervalle von 4–8 Wochen. Mit automatischen Schmierstoffgebern mit einstellbarer Laufzeit von 1–3 Monaten kann die Versorgung kontinuierlich erfolgen, was Lagerausfälle durch Unter- oder Überschmierung verhindert. Für Drehkranzlager mit sehr langsamer Drehzahl gelten oft kürzere Intervalle, da der Filmaufbau bei niedrigen Drehzahlen schlechter ist.
Der häufigste Ausfallgrund ist Wassereintritt in das Lager, der Korrosion und Fettauswäschung verursacht. Hinzu kommen Verunreinigungen durch Phosphate, Säuremittel und Sand im Abwasser, die abrasiven Verschleiß erzeugen. Vergessene Schmierstellen — besonders an schwer zugänglichen Stellen wie Unterwasserlagern oder Beckenräumerbrücken — führen zu Trockenlauf. Automatische Schmierstoffgeber beseitigen das Risiko vergessener Schmierstellen vollständig und liefern gleichzeitig die kleinen, häufigen Fettmengen, die durch Wasserauswaschung verloren gehen.
Ja. In Kläranlagen existieren Ex-Zonen insbesondere im Bereich von Faultürmen und Biogasaggregaten (Zone 1/21 nach ATEX). Für diese Bereiche gibt es ATEX-zertifizierte Schmierstoffgeber mit Zulassung für Zone 1 (Gas) und Zone 21 (Staub). Vor der Installation ist eine Zoneneinteilung nach ATEX-Richtlinie 2014/34/EU durch eine befähigte Person erforderlich. Nicht-zertifizierte Standardgeber dürfen in diesen Bereichen nicht eingesetzt werden.
Eine Schneckenpresse zur Schlammentwässerung hat typischerweise folgende kritische Schmierstellen: die Wälzlager beider Schneckenwellen (innen und außen), das Antriebslager des Elektromotors, die Schneckengetriebelager sowie eventuell vorhandene Führungslager der Druckzone. Da Schneckenpressen unter erheblichem Axialdruck und mit feuchtem, abrasivem Schlamm betrieben werden, sind NLGI-2-Fette mit EP-Additiven und guter Wasserbeständigkeit zwingend erforderlich. Die Nachschmiermenge sollte nach der gängigen Faustformel (0,005 × D × B) oder Herstellervorgabe berechnet werden.
Ja, auch bei kleineren Kläranlagen lohnt sich der Einsatz automatischer Schmierstoffgeber. Bei nur 20–30 Schmierstellen summiert sich der manuelle Wartungsaufwand auf mehrere Stunden pro Monat — oft durch externe Wartungsfirmen. Hinzu kommt: Gerade kleinere kommunale Kläranlagen werden oft von Personal ohne spezialisierte Instandhaltungsausbildung betreut, was das Risiko falscher Fettmengen erhöht. Schon zwei vermiedene Lagerwechsel pro Jahr (typisch 300–800 € pro Lager inkl. Stillstand) amortisieren die Investition in automatische Schmiersysteme vollständig.
🔧 Kostenloses Tool für Instandhalter
Schmierstellen in der Kläranlage digital erfassen & tracken
Alle Schmierstellen strukturiert hinterlegen — Beckenräumer, Rührwerke, Schneckenpressen. Fälligkeiten tracken, QR-Etiketten drucken, PDF-Export für die Wartungsdokumentation.