Zementstaub und Hitze im Griff: automatische Schmierung fürs Zementwerk
Zementwerke gehören zu den härtesten Umgebungen für Lager und Antriebe: abrasiver Zementstaub, Strahlungshitze am Drehrohrofen und enorme Schwerlasten an Mühlen und Brechern. Automatische Schmierstoffgeber sichern die kontinuierliche Versorgung schwer zugänglicher Schmierstellen — und verhindern teure Ofen- und Mühlenstillstände.
Im Zementwerk sind die Bedingungen für Lager extrem: feiner Zementstaub, große Hitze am Drehrohrofen und schwere Lasten an den Mühlen. Das führt zu schnellem Verschleiß und teuren Stillständen. Am kritischsten sind die Laufrollen am Ofen, die Hauptlager der Kugelmühle, die Brecher und die großen offenen Zahnkränze — viele davon schwer erreichbar. Automatische Einzelpunkt-Schmierstoffgeber versorgen diese Stellen ständig mit frischem Fett und drücken eingedrungenen Staub wieder heraus. Für heiße Stellen braucht es ein Hochtemperaturfett (Polyharnstoff, NLGI 2, bis +180 °C), für die Hauptlager ein Hochlastfett. Der Schmierstoffgeber sitzt dabei immer außerhalb der heißen Zone.
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Herausforderungen im Zementwerk
Was Lager und Antriebe in der Zementproduktion zerstört
Kritisch
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Abrasiver Zementstaub
Zementstaub dringt in offene Lager ein und wirkt dort wie Schleifpaste. Ohne kontinuierliche Versorgung mit frischem Fett werden Laufbahnen innerhalb von Wochen zerstört.
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Strahlungshitze am Ofen
Die Laufrollen des Drehrohrofens heizen durch Strahlungswärme auf über 180 °C auf. Standardfette verharzen und verlieren ihre Schmierwirkung, was zu Trockenlauf führt.
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Schwerlast an Mühlen & Brechern
Kugelmühlen und Brecher tragen enorme dynamische Lasten und Stoßbelastungen. Hier versagen Standardfette ohne EP-Additive und ausreichendes Druckaufnahmevermögen schnell.
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Schwer zugängliche Stellen
Viele Schmierstellen liegen hoch über dem Boden oder direkt an heißen Aggregaten. Manuelles Schmieren ist aufwändig, gefährlich und wird oft vernachlässigt.
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Offene Zahnkränze & Antriebe
Die großen offenen Zahnkränze von Mühlen und Öfen brauchen eine spezielle Haftschmierung, die nicht abgeschleudert wird und gleichzeitig staubbeständig bleibt.
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Hohe Stillstandskosten
Ein ungeplanter Ofen- oder Mühlenstillstand kostet pro Stunde mehrere tausend Euro. Ein einzelnes vernachlässigtes Lager kann die gesamte Produktionslinie blockieren.
In der Zementindustrie ist die Kombination aus Staub und Hitze der entscheidende Faktor. Ein Hochtemperaturfett allein reicht nicht, wenn Staub ins Lager dringt — und die beste Abdichtung hilft nicht, wenn das Fett bei 180 °C verharzt. Erst die kontinuierliche Versorgung durch automatische Schmierstoffgeber löst beide Probleme gleichzeitig: frisches Hochtemperaturfett, das eingedrungene Partikel laufend nach außen verdrängt.
Praxiserkenntnisse aus der Instandhaltung von Zementwerken
Haftschmierstoff für offene Getriebe, hochviskos, abschleuderfest Sprüh- oder Mehrpunktsystem, intervallgesteuert
Brecher-Hauptlager Backen- und Prallbrecher Rohmaterial
Rohaufbereitung
StoßlastStaub
B — Mittel
Hochlastfett NLGI 2 mit MoS₂, stoßbeständig Direkte oder indirekte Montage, kurzes Intervall
Vertikalmühle Mahlwalzen Walzenlager Rohmühle
Rohaufbereitung
SchwerlastDauerlast
B — Mittel
EP-Hochlastfett NLGI 2, Lithiumkomplex Direkte Montage an Lagerstellen, automatisch empfohlen
Förderband-Rollen Umlenk- und Tragrollen, Becherwerke
Förderung
StaubDauerlast
B — Mittel
Mehrzweckfett NLGI 2, Lithiumkomplex, staubbeständig Einzelpunkt-Schmierstoffgeber je Lager
Ventilatoren & Sichter Prozess- und Entstaubungsventilatoren
Mahlung / Kühler
HochdrehzahlStaub
B — Mittel
Hochdrehzahlfett NLGI 2–3, synthetisch, weiter Temperaturbereich Kleinstmengenschmierung, Überschmierung vermeiden
Elektromotoren-Lager (allg.) Antriebsmotoren der Aggregate
Alle Bereiche
Hochdrehzahl
C — Standard
Hochdrehzahlfett NLGI 2–3, synthetisch (PAO) Einzelpunkt-Geber, intervallgesteuert nach Drehzahl
⚠️ Wichtig: Schmierstoffgeber von der Hitze entkoppeln
An Ofen-Laufrollen und anderen heißen Stellen darf der Schmierstoffgeber selbst nie über +60 °C betrieben werden. Er wird per temperaturbeständigem Schlauch außerhalb der Strahlungszone montiert — nur das Fett an der Schmierstelle ist der Hitze ausgesetzt. So bleibt der Antrieb des Gebers funktionsfähig und das Hochtemperaturfett gelangt zuverlässig ans Lager.
Die Angaben in dieser Matrix sind unverbindliche Orientierungswerte. Maßgeblich sind die Vorgaben des Maschinen- und Schmierstoffherstellers; Fettangaben herstellerneutral prüfen. Keine Haftung.
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Fettauswahl nach Zone im Zementwerk
Drei typische Anforderungsprofile und passende Schmierstoffe
Zone A — Heißbereich
Drehrohrofen & Kühler
Laufrollen, Ofenstation, heiße Ventilatoren
Fett-TypHochtemperatur
VerdickerPolyharnstoff
NLGI2
Temperaturbis +180 °C
AdditiveEP / AW
Zone B — Schwerlast & Staub
Mühlen & Brecher
Hauptlager, Mahlwalzen, Brecherlager
Fett-TypHochlast EP
VerdickerLithiumkomplex
NLGI1–2
Temperatur−20 bis +130 °C
AdditiveEP + MoS₂
Zone C — Hochdrehzahl
Motoren & Sichter
Elektromotoren, Ventilatoren, Separatoren
Fett-TypSchnelllauf
VerdickerPAO / Ca-Komplex
NLGI2–3
Temperatur−40 bis +140 °C
AdditiveAW
⚠️ Verträglichkeit der Verdicker beachten
Beim Umstieg von manueller auf automatische Schmierung sollten Sie das bestehende Fett kennen. Polyharnstoff und Lithiumkomplex sind nicht uneingeschränkt mischbar — bei Unverträglichkeit kann das Fett erweichen und aus dem Lager laufen. Im Zweifel das Lager vor Erstbefüllung spülen.
Alle genannten Schmierstoffe sowie passende PERMA-Füllungen sind in der LUBIX Database mit Kreuzreferenzen, NLGI-Klassen und Verträglichkeitstabellen hinterlegt.
Diese Fettempfehlungen sind unverbindliche Orientierungshilfen und herstellerneutral zu prüfen. Eignung und Verträglichkeit vor dem Einsatz mit dem Hersteller abklären. Keine Haftung.
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Präzise Empfehlung in wenigen Fragen
Frage 1 von 7
Schritt 1 / 7 — Umfang
Wie viele Schmierstellen möchten Sie automatisieren?
Zählen Sie Lager, Ketten, Führungen — alle Stellen die Sie bisher von Hand nachschmieren.
Schritt 2 / 7 — Anwendung
Was soll hauptsächlich geschmiert werden?
Wählen Sie den häufigsten Lager- oder Maschinentyp in Ihrer Anlage.
Schritt 3 / 7 — Temperatur
Welche Betriebstemperatur herrscht an der Schmierstelle?
Gemeint ist die Lagertemperatur im laufenden Betrieb — nicht die Umgebungsluft.
Die kritischste Umgebungsbedingung entscheidet über Schutzbedarf und Fetttyp.
Schritt 5 / 9 — Belastung
Wie ist die mechanische Belastung an der Schmierstelle?
Stoß- und Schwingungsbelastung erfordert MoS₂-haltige oder Hochlastfette — unabhängig von Temperatur und Umgebung.
Schritt 5 / 7 — Intervall
Wie lange soll ein Schmierstoffgeber halten?
Kürzere Intervalle = mehr Kontrolle. Längere Intervalle = weniger Wartungsaufwand.
Schritt 6 / 7 — Antrieb
Was steht an der Schmierstelle zur Verfügung?
Entscheidend für die Wahl zwischen elektromechanischem, gas- oder federbetriebenen Systemen.
Schritt 7 / 7 — Sonderanforderungen
Gibt es besondere Anforderungen?
Falls nichts zutrifft, wählen Sie „Keine besonderen Anforderungen".
⚠️ Individuelle Beratung empfohlen
Ihre Anforderungen sind komplex — das ist gut so. Für diese Kombination empfehlen wir eine persönliche Auslegung. Ihre bisherigen Angaben werden direkt mitübermittelt.
📋 Ihre bisherigen Angaben
Mit dem Absenden stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Wir antworten innerhalb von 24 Stunden.
Diese Empfehlung ist eine unverbindliche Orientierungshilfe auf Basis Ihrer Angaben und ersetzt keine fachliche Auslegung. Die tatsächlich geeignete Schmierlösung hängt von den konkreten Betriebsbedingungen Ihrer Anlage ab; verbindlich sind die Vorgaben des Maschinen- und Schmierstoffherstellers. Produkt- und Fettangaben dienen der Orientierung und sind herstellerneutral zu prüfen — eine Haftung für Eignung, Vollständigkeit oder daraus resultierende Schäden wird nicht übernommen.
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Anfrage erfolgreich übermittelt
Vielen Dank! Wir haben Ihre Angaben erhalten und melden uns innerhalb von 24 Stunden mit einer individuellen Empfehlung.
Tipp: Mit dem LUBIX Schmierstellen-Manager können Sie Ihre Schmierstellen schon jetzt digital erfassen.
Wann welche Montagevariante im Zementwerk sinnvoll ist
Variante 1
Direkte Montage
Schmierstoffgeber direkt am Schmiernippel
Schnelle, einfache Installation ohne Zusatzteile
Geeignet für kühle, gut zugängliche Stellen wie Förderrollen oder Motoren
Keine Schlauchverluste, direkter Druckaufbau
Nicht geeignet an heißen oder stark vibrierenden Aggregaten
Variante 2 — im Zementwerk meist Pflicht
Indirekte Montage
Schmierstoffgeber per Schlauch abgesetzt
Geber bleibt außerhalb von Hitze-, Staub- und Vibrationszone
Zwingend an Ofen-Laufrollen und heißen Lagern
Bessere Zugänglichkeit für Wartung und Kontrolle
Schützt die Elektronik des Gebers vor Strahlungswärme
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Passende Schmierstoffgeber — auf Anfrage
Geräte und Menge wählen, gebündelt anfragen
Diese perma-Schmierstoffgeber passen typischerweise zu Schmierstellen im Bereich Zementwerk. Menge wählen, auf die Anfrageliste setzen und gebündelt anfragen – Preise und Auslegung erhalten Sie auf Anfrage.
perma STAR VARIO LONG RANGE
Einzelpunkt-Geber mit LoRa-Funk – zentrale Überwachung großer, verteilter Anlagen.
Eigenfett-Befüllung (auf Anfrage): Grundsätzlich ist es möglich, die Schmierstoffgeber auf ausdrückliche Anfrage mit einem von Ihnen bereitgestellten, freigegebenen Fett zu befüllen. Diese Befüllung wird als separate Dienstleistung angeboten und ist im Einzelfall gesondert anzufragen und abzustimmen. Mehr dazu →
❓
Häufige Fragen zur Schmierung in Zementwerken
Fragen aus der Praxis und der Instandhaltung
Für Zementwerke eignen sich robuste elektromechanische Einzelpunkt-Schmierstoffgeber mit hohem Druckaufbau und staubdichtem Gehäuse besonders gut. Da viele Schmierstellen schwer zugänglich und stark staubbelastet sind, werden Geräte mit Druckaufbau bis 25 bar und indirekter Schlauchmontage bevorzugt. Für Laufrollen am Drehrohrofen und Mühlenlager sind Systeme mit einstellbarer Laufzeit von 1 bis 12 Monaten sinnvoll, damit die Versorgung an die hohe thermische und mechanische Belastung angepasst werden kann.
Für Laufrollen und Stützrollen am Drehrohrofen wird ein Hochtemperaturfett auf Basis von Polyharnstoff oder Lithiumkomplex mit NLGI-Klasse 2 und EP-Additiven empfohlen. Die Gebrauchstemperatur sollte mindestens bis +180 °C reichen, da die Lager durch Strahlungswärme des Ofens stark aufheizen. Geeignet sind synthetische Hochtemperaturfette mit gutem Verschleißschutz und Beständigkeit gegen Zementstaub.
Zementstaub ist hochabrasiv und dringt in offene Lager ein, wo er als Schleifmittel wirkt. Der wirksamste Schutz ist eine kontinuierliche Überschmierung mit leichtem Fettüberschuss durch automatische Schmierstoffgeber: Der ständig austretende frische Schmierstoff drückt eingedrungene Partikel aus dem Lager heraus. Zusätzlich sollten Lager mit guten Dichtungen versehen und die Schmierstoffgeber per Schlauch außerhalb der direkten Staubzone montiert werden.
Eine Kugelmühle zur Zementmahlung hat folgende kritische Schmierstellen: die beiden Hauptlager (Gleitlager der Mahltrommel, oft hydrodynamisch geschmiert), die Lager des Antriebsritzels und des Zahnkranzes, die Getriebelager des Hauptantriebs sowie die Lager der Hilfsantriebe. Der offene Zahnkranz benötigt eine spezielle Haftschmierung. Die Hauptlager tragen enorme Lasten und erfordern Hochlastfette mit NLGI-Klasse 1 bis 2 und hohem Druckaufnahmevermögen.
Die häufigsten Ausfallursachen sind das Eindringen von abrasivem Zementstaub, hohe Betriebstemperaturen am Drehrohrofen sowie Schwerlast und Vibration an Brechern und Mühlen. Zementstaub wirkt im Lager wie Schleifpaste und zerstört die Laufbahnen. Hinzu kommt, dass viele Schmierstellen auf großen, weitläufigen Anlagen schwer zugänglich sind und beim manuellen Schmieren übersehen werden. Automatische Schmierstoffgeber liefern kontinuierlich frischen Schmierstoff und verdrängen eingedrungene Partikel.
Ja, jedoch muss das Schmiersystem von der heißen Stelle entkoppelt werden. Der Schmierstoffgeber selbst sollte nicht über +60 °C betrieben werden, daher wird er per temperaturbeständigem Schlauch außerhalb der Hitzezone montiert, während nur die Schmierstelle der hohen Temperatur ausgesetzt ist. Für die Schmierstelle selbst wird ein Hochtemperaturfett mit Gebrauchstemperatur bis +180 °C oder höher verwendet. Diese indirekte Montage ist im Zementwerk Standard.
Ja, in Zementwerken ist der wirtschaftliche Nutzen besonders hoch. Ein ungeplanter Stillstand des Drehrohrofens oder der Mühle kostet pro Stunde mehrere tausend Euro an Produktionsausfall. Da viele Schmierstellen schwer und nur unter Sicherheitsaufwand erreichbar sind, ist manuelles Schmieren teuer und wird oft vernachlässigt. Automatische Schmierstoffgeber amortisieren sich in der Zementindustrie meist innerhalb weniger Monate durch vermiedene Lagerschäden und reduzierte Stillstandzeiten.
🔧 Kostenloses Tool für Instandhalter
Schmierstellen im Zementwerk digital erfassen & tracken
Alle Schmierstellen strukturiert hinterlegen — Ofen-Laufrollen, Mühlen, Brecher, Förderanlagen. Fälligkeiten tracken, QR-Etiketten drucken, PDF-Export für die Wartungsdokumentation.