Wenn die Pumpe steht, steht die Anlage: Pumpen automatisch schmieren
In vielen Anlagen hängt der ganze Prozess an den Pumpen — fällt eine aus, steht oft alles still.
Mangelhafte Schmierung der Lager an Pumpenwelle und Antriebsmotor gehört zu den häufigsten
Ausfallursachen. Dieser Leitfaden für Instandhalter zeigt branchenübergreifend, welches Fett
passt, wie oft Sie nachschmieren und worauf es bei Dauerbetrieb, Vibration und Ex-Zone ankommt.
Geschmiert werden bei Pumpen vor allem die Wälzlager der Pumpenwelle und des Antriebsmotors.
Sie sitzen an der Antriebswelle zwischen Motor und Pumpenkörper oder im Pumpengehäuse. Reißt der
Schmierfilm ab, kommt es zu Reibung, Verschleiß und Lagerschaden — und damit oft zum Stillstand der
ganzen Anlage. Pumpen laufen häufig im Dauerbetrieb, unter Vibration und in nasser oder schmutziger
Umgebung; viele Prozesspumpen stehen zudem in Ex-Zonen. Welches Fett, welche Menge und welches
Intervall passen, hängt von Drehzahl, Last, Temperatur und Umgebung ab — feste Pauschalwerte gibt es
nicht. Ein automatischer Schmierstoffgeber versorgt die Lager kontinuierlich, auch bei laufender Anlage
und ohne Gang in den Gefahrenbereich.
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Warum Pumpenlager geschmiert werden müssen
Welche Lager betroffen sind — und was bei Mangelschmierung passiert
Bei einer Pumpe laufen die Schmierstellen an zwei Orten zusammen: an der Lagerung der Pumpenwelle
und an den Lagern des Antriebsmotors. Die Wälzlager
der Pumpenwelle sitzen an der Antriebswelle zwischen Antriebsmotor und Pumpenkörper oder im
Pumpengehäuse. Sie führen die Welle, nehmen die Kräfte aus dem Betrieb auf und müssen dauerhaft
mit dem richtigen Schmierstoff in der vorgeschriebenen Menge versorgt werden.
Eine wichtige Aufgabe der Schmierung ist auch die Abdichtung. An der Pumpenwelle verhindern
Dichtungen — etwa eine Stopfbuchsen- oder Labyrinthdichtung — dass Schmutz, Wasser oder das geförderte
Medium in die Lagerstelle eindringen. Geht die Schmierung verloren, nutzen die Bauteile schneller ab.
Das führt zum Ausfall von Anlagenkomponenten oder zu Undichtigkeiten an der Pumpe. Mangelschmierung
zählt damit zu den häufigsten Gründen für Lagerausfälle.
Die Grundregeln sind dieselben wie an jedem
Elektromotor — bei der Pumpe kommen aber
ein paar typische Erschwernisse dazu.
Pumpen werden oft unter rauen Bedingungen betrieben. Welche Belastung am größten ist, entscheidet
über Fettwahl und Intervall. In der Praxis dominieren drei Einflüsse:
💧
Schmutz, Schlamm und Wasser
Schlamm, Staub und Wasser dürfen nicht in die Lagerstellen gelangen — sie wirken abrasiv und waschen den Schmierstoff aus.
📳
Vibration im Dauerbetrieb
Pumpen laufen oft durchgehend und schwingen dabei. Vibration belastet Schmierfilm und Lager zusätzlich.
⚠️
Gefährliche Medien und Ex-Zonen
Laugen, schwache Säuren oder ein explosionsgefährdeter Bereich machen den Zugang riskant und verlangen passende Geräte.
Der Zugang zu den Schmierstellen ist oft nur mit Schutzhandschuhen und -maske möglich. Genau
deshalb wird die vorgegebene Schmierung leicht vernachlässigt — und das Lager
läuft mit zu wenig Fett, bis es ausfällt.
🧪
Das richtige Fett für Pumpenlager wählen
Welcher Fetttyp passt — je nach Wasser, Wärme und Vibration
Die Wälzlager der Pumpenwelle und des Antriebsmotors werden in den meisten Fällen mit Fett geschmiert.
Fett bleibt an der Schmierstelle haften, dichtet das Lager zusätzlich gegen Schmutz und Wasser ab und
braucht keine umlaufende Versorgung — das macht es zur robusten Standardlösung für Pumpen. Welches Fett
passt, hängt von der Anwendung ab: von Drehzahl und Last der Pumpe, von der Temperatur des geförderten
Mediums und der Umgebung. Eine pauschale Vorgabe, die für jede Pumpe stimmt, gibt es nicht.
Bei Wasser, Schlamm und Außenaufstellung
Pumpen in Kläranlagen, im Freien oder mit Spritzwasser brauchen ein wasserfestes Fett mit gutem
Korrosionsschutz, das vom Wasser kaum ausgewaschen wird und die Lagerstelle gegen Schmutz mit abdichtet.
Bei heißen Medien und Wärme
Fördert die Pumpe heiße Flüssigkeiten oder steht sie in warmer Umgebung, wird ein Fett mit synthetischem
Grundöl gewählt, das seine Schmierwirkung auch bei höheren Lagertemperaturen behält.
Bei starker Vibration und Schwerlast
Läuft die Pumpe mit starker Vibration oder hoher Last, hält ein Hochlastfett den Schmierfilm auch unter
Stoß und Erschütterung stabil. In Anlagen mit Lebensmittel- oder Trinkwasserkontakt ist zusätzlich ein
dafür zugelassenes Fett nötig.
Solche Fette bieten alle gängigen Hersteller an, etwa SKF, Klüber, Mobil, Fuchs oder Shell — die Auswahl
bleibt herstellerneutral und richtet sich nach der konkreten Pumpe und ihrer Umgebung. Wichtig: Pro
Schmierstelle nur ein Fett verwenden und vor einem Wechsel die Verträglichkeit prüfen.
Die Angaben zur Schmierstoffauswahl sind unverbindliche Orientierungswerte und herstellerneutral zu prüfen.
Eignung und Verträglichkeit sind vorab mit dem Pumpen-, Lager- und Schmierstoffhersteller abzuklären; eine
Haftung wird nicht übernommen.
🔄
Pumpenlager richtig nachschmieren
Menge, Intervall und warum Automatik bei Dauerbetrieb hilft
Im Betrieb altert der Schmierstoff und geht nach und nach verloren — durch Wärme, Bewegung und
Auswaschung. Deshalb müssen die Lager der Pumpe nachgeschmiert werden. Pumpen laufen oft im
Dauerbetrieb und unter Vibration; dadurch wird der Schmierstoff stärker beansprucht und schneller
alt als bei einer Maschine, die nur zeitweise läuft.
Wie viel Fett ein Lager braucht, hängt von Last und Umgebung ab: Je höher die Belastung und je
stärker der Einfluss von Schmutz, Wasser oder Wärme, desto mehr Schmierstoff ist nötig. Eine feste
Menge, die für jede Pumpe passt, gibt es nicht — Menge und Intervall richten sich nach der Vorgabe
des Pumpen- und Lagerherstellers.
⚠️ Zu wenig und zu viel schaden beide
Bei zu wenig Fett reißt der Schmierfilm ab, es kommt zu Metallkontakt und Verschleiß. Bei zu viel
Fett wird der Schmierstoff im Lager ständig durchgewalkt, das Lager erwärmt sich und das Fett kann
seine Wirkung verlieren. Beides verkürzt die Lebensdauer — richtig ist die passende Menge in
passenden Abständen.
Bei Pumpen liegt die Stärke automatischer Schmierung auf der Hand: Die Schmierstellen sind oft schwer
oder nur mit Schutzausrüstung zugänglich, und die Schmierung muss bei laufender Anlage sichergestellt
sein. Ein Einzelpunkt-Schmierstoffgeber gibt
kontinuierlich kleine Mengen ab, statt in seltenen großen Schüben von Hand zu schmieren. So bleibt der
Schmierfilm im Dauerlauf stabil, vergessene Schmierstellen entfallen, und niemand muss dafür in den
Gefahrenbereich.
🔩
Schmierstoffgeber an Pumpen montieren — direkt oder indirekt
Vibration, Ex-Zone und Zugänglichkeit entscheiden über die Montageart
Ein automatischer Schmierstoffgeber lässt sich an einer Pumpe auf zwei Arten anbauen. Welche passt,
hängt vor allem von Vibration, Zugänglichkeit und davon ab, ob die Schmierstelle in einem
Gefahrenbereich liegt.
Direkte Montage
Der Geber wird direkt am Schmiernippel des Lagers angeschraubt. Das ist einfach und schnell und
eignet sich bei geringen Vibrationen sowie bei leicht und sicher zugänglichen Schmierstellen.
Indirekte Montage
Der Geber sitzt abgesetzt und versorgt das Lager über einen Schlauch. Das entkoppelt das System von
starken Vibrationen und Erschütterungen, hält schwer zugängliche Stellen erreichbar und erlaubt die
Montage außerhalb des Gefahrenbereichs, wenn die Schmierstelle nicht gefahrlos zugänglich ist.
⚠️ Ex-Zone: nur zugelassene Geräte
Viele Prozesspumpen in Chemie, an Raffinerien oder in der Pharmaindustrie stehen in
explosionsgefährdeten Bereichen. Dort dürfen nur Schmierstoffgeber mit passender Ex-Zulassung (ATEX)
eingesetzt werden. Welche Zonen-Einstufung gilt und welches Gerät zulässig ist, richtet sich nach der
Gefährdungsbeurteilung der Anlage und den Vorgaben des Herstellers.
❌
Die häufigsten Schmierungsfehler bei Pumpen
Diese sechs Fehler kosten Pumpenlager unnötig Lebensdauer
🕳️
Schmierung vernachlässigt
Weil der Zugang nur mit Schutzausrüstung möglich ist, wird die Nachschmierung oft verschoben oder vergessen — und das Lager läuft trocken.
📈
Über- oder Unterschmierung
Zu viel Fett erwärmt das Lager, zu wenig lässt den Film abreißen. Beides schadet — die Menge muss zur Schmierstelle passen.
🧴
Falsches Fett gewählt
Ein Fett, das nicht zu Drehzahl, Last, Medientemperatur oder Umgebung passt, trägt den Film nicht zuverlässig. Auswahl nach den Betriebsbedingungen.
💧
Schmutz und Wasser im Lager
Schlamm, Staub und Wasser dürfen nicht eindringen. Defekte Dichtungen und ein schmutziger Nippel tragen Partikel direkt ins Lager.
📳
Vibration nicht entkoppelt
Starke Vibration belastet einen direkt montierten Geber. Bei Erschütterungen wird der Geber besser über einen Schlauch entkoppelt.
⚠️
Ex-Zone nicht beachtet
In explosionsgefährdeten Bereichen dürfen nur Geräte mit passender Ex-Zulassung verbaut werden. Sonst entsteht ein Sicherheitsrisiko.
🏭
Pumpen in der Praxis — branchenübergreifend
Dieselben Lager, andere Medien und Umgebungen
Pumpen arbeiten in fast jeder Industrie — die Lager an Welle und Motor sind überall ähnlich, doch das
geförderte Medium und die Umgebung entscheiden über Fettwahl, Intervall und Montageart. In der Kläranlage
dominieren Schlamm und Wasser, in der Chemie und an Raffinerien aggressive Medien und Ex-Zonen, im
Kraftwerk Dauerbetrieb und Wärme, in der Lebensmittelindustrie der Hygienebedarf. So sieht das in der
Praxis aus:
Die kritischste Umgebungsbedingung entscheidet über Schutzbedarf und Fetttyp.
Schritt 5 / 9 — Belastung
Wie ist die mechanische Belastung an der Schmierstelle?
Stoß- und Schwingungsbelastung erfordert MoS₂-haltige oder Hochlastfette — unabhängig von Temperatur und Umgebung.
Schritt 5 / 7 — Intervall
Wie lange soll ein Schmierstoffgeber halten?
Kürzere Intervalle = mehr Kontrolle. Längere Intervalle = weniger Wartungsaufwand.
Schritt 6 / 7 — Antrieb
Was steht an der Schmierstelle zur Verfügung?
Entscheidend für die Wahl zwischen elektromechanischem, gas- oder federbetriebenen Systemen.
Schritt 7 / 7 — Sonderanforderungen
Gibt es besondere Anforderungen?
Falls nichts zutrifft, wählen Sie „Keine besonderen Anforderungen".
⚠️ Individuelle Beratung empfohlen
Ihre Anforderungen sind komplex — das ist gut so. Für diese Kombination empfehlen wir eine persönliche Auslegung. Ihre bisherigen Angaben werden direkt mitübermittelt.
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Diese Empfehlung ist eine unverbindliche Orientierungshilfe auf Basis Ihrer Angaben und ersetzt keine fachliche Auslegung. Die tatsächlich geeignete Schmierlösung hängt von den konkreten Betriebsbedingungen Ihrer Anlage ab; verbindlich sind die Vorgaben des Maschinen- und Schmierstoffherstellers. Produkt- und Fettangaben dienen der Orientierung und sind herstellerneutral zu prüfen — eine Haftung für Eignung, Vollständigkeit oder daraus resultierende Schäden wird nicht übernommen.
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❓
Häufige Fragen zum Schmieren von Pumpen
Fragen aus der Praxis und der Instandhaltung
Die Wälzlager der Pumpenwelle und des Antriebsmotors werden meist mit Fett geschmiert. Welches Fett passt, hängt von Drehzahl, Last, Temperatur und Umgebung der Pumpe ab — eine pauschale Vorgabe gibt es nicht. Bei Spritzwasser, Schlamm oder Außenaufstellung wird ein wasserfestes Fett mit gutem Korrosionsschutz gewählt, bei heißen Medien ein Fett mit synthetischem Grundöl, bei starker Vibration ein Hochlastfett. In Anlagen mit Lebensmittel- oder Trinkwasserkontakt ist ein dafür zugelassenes Fett nötig. Maßgeblich sind die Vorgaben des Pumpen-, Lager- und Schmierstoffherstellers; die Angaben hier sind herstellerneutral zu prüfen.
Ein festes Intervall für alle Pumpen gibt es nicht. Wie oft die Lager nachgeschmiert werden müssen, hängt von Drehzahl, Last, Temperatur und Umgebung ab. Pumpen laufen oft im Dauerbetrieb und unter Vibration, dadurch wird der Schmierstoff stärker beansprucht und das Intervall kürzer. Das konkrete Intervall und die Menge richten sich nach der Vorgabe des Pumpen- und Lagerherstellers. Ein automatischer Schmierstoffgeber gibt kontinuierlich kleine Mengen ab und hält den Schmierfilm im Dauerlauf stabil, statt selten von Hand in großen Schüben nachzuschmieren.
Eine häufige Ursache ist mangelhafte Schmierung. Reißt der Schmierfilm in den Lagern der Pumpenwelle oder des Antriebsmotors ab, kommt es zu Metallkontakt, Reibung und Verschleiß bis zum Lagerschaden. Pumpen sind dabei besonders gefährdet, weil die Schmierstellen oft schwer und nur mit Schutzausrüstung zugänglich sind und die Nachschmierung deshalb leicht vergessen wird. Dazu kommen Vibration im Dauerbetrieb sowie eindringender Schmutz, Schlamm oder Wasser, die den Schmierstoff auswaschen und abrasiv wirken. Eine kontinuierliche, dosierte Versorgung über einen automatischen Schmierstoffgeber wirkt diesen Ursachen entgegen.
Ja. Prozesspumpen in der Chemie, an Raffinerien oder in der Pharmaindustrie stehen oft in explosionsgefährdeten Bereichen. Dort dürfen nur Schmierstoffgeber mit passender Ex-Zulassung (ATEX) eingesetzt werden. Mehrere automatische Einzelpunkt-Schmierstoffgeber sind dafür zugelassen, etwa gasbetriebene Geräte mit Ex-Zulassung. Welche Zonen-Einstufung und welches Gerät zulässig sind, richtet sich nach der Gefährdungsbeurteilung der Anlage und den Vorgaben des Herstellers — das ist im Einzelfall fachlich zu prüfen.
Ja. Die Wälzlager an der Pumpenwelle und am Antriebsmotor lassen sich mit automatischen Einzelpunkt-Schmierstoffgebern versorgen. Das Gerät wird direkt am Schmiernippel des Lagers montiert oder, bei starker Vibration oder schwer zugänglichen Stellen, über einen Schlauch außerhalb des Gefahrenbereichs (indirekte Montage). So bleibt die Schmierung auch bei laufender Anlage sichergestellt, ohne dass jemand in den Gefahrenbereich muss. Für Ex-Bereiche gibt es Geber mit passender Zulassung.
Im Dauerbetrieb altert der Schmierstoff schneller und wird stärker beansprucht, vor allem wenn Vibration und Wärme dazukommen. Wichtig ist daher ein Fett, das zu Drehzahl, Last und Temperatur der Pumpe passt und seine Schmierwirkung über die ganze Standzeit hält. Bei viel Wasser wird ein wasserfestes Fett gewählt, bei hohen Temperaturen ein Fett mit synthetischem Grundöl, bei starker Vibration ein Hochlastfett. Statt seltener großer Fettmengen sind im Dauerlauf kleine, häufige Gaben über einen automatischen Schmierstoffgeber günstiger. Die konkrete Auswahl bleibt herstellerneutral und ist mit dem Hersteller abzuklären.
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