Glühende Lager, Zunder und Kühlwasser im Griff: automatische Schmierung im Stahlwerk
Im Stahlwerk arbeiten Lager direkt neben glühendem Stahl: Strahlungshitze, feiner Zunderstaub und Kühlwasser treffen oft an derselben Stelle zusammen. Automatische Schmierstoffgeber versorgen jedes Lager kontinuierlich — auch dort, wo manuelles Schmieren zu heiß und zu gefährlich ist.
Im Stahlwerk haben es Lager dreifach schwer: Strahlungshitze lässt das Fett altern, Zunderstaub wirkt wie Schmirgel, und Kühlwasser wäscht das Fett wieder aus. Am kritischsten sind die Lager an Walzgerüsten, der Stranggießanlage, dem Konverter-Kipplager und dem Pfannendrehturm — oft direkt neben glühendem Stahl. Indirekt montierte Einzelpunkt-Schmierstoffgeber sitzen an einer kühlen Stelle und versorgen das heiße Lager über eine Leitung; viele Lager an einer Maschine bündelt man in einem Mehrpunktsystem. Für die heißen Bereiche eignet sich ein Hochtemperatur-Fett auf Polyharnstoff-Basis (NLGI 2), an Rollgängen und Kühlbett ein wasserfestes EP-Fett.
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Herausforderungen im Stahlwerk
Was Lager und Antriebe in der Stahlindustrie täglich zerstört
Kritisch
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Strahlungshitze & glühende Lager
An Walzgerüsten, Öfen und der Stranggießanlage steigt die Lagertemperatur weit über die eines normalen Fettes. Standardfett verharzt und altert schnell — das Lager läuft trocken.
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Zunder & Walzstaub
Beim Walzen löst sich feiner Zunder von der Stahloberfläche. Dringt er ins Lager ein, wirkt er wie Schmirgel und reibt die Laufbahnen auf.
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Kühlwasser & Auswaschung
Walzen und Brammen werden mit viel Wasser gekühlt. An Rollgängen und Stützrollen wäscht das Wasser das Fett aus den Lagern — Korrosion und Verschleiß folgen.
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Stoß- und Schwerlast
Walzgerüst-Einbaustücke, Konverter-Kipplager und der Pfannendrehturm tragen enorme Lasten bei sehr langsamer Drehung. Der Schmierfilm reißt leicht ab.
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Gefahrbereich glühender Stahl
Viele Lager liegen so nah am heißen Material, dass manuelles Nachschmieren riskant ist. Stellen werden aus Sicherheitsgründen ausgelassen.
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Dauerbetrieb ohne Stillstand
Eine Walzstraße läuft im Dauerbetrieb durch. Ein ungeplanter Lagerschaden mit Walzenwechsel kostet pro Stunde Stillstand sehr viel Geld.
Im Stahlwerk fallen Lager selten an einer einzigen Ursache aus — meist treffen Hitze, Zunder und Wasser zusammen. Ein Hochtemperatur-Fett allein reicht dann nicht: Es muss in kleinen Mengen laufend nachgedrückt werden, damit frisches Fett den Zunder und das Wasser aus dem Lager schiebt. Genau das leisten automatische Schmierstoffgeber mit einstellbarer Laufzeit.
Praxiserkenntnisse aus der Instandhaltung von Hütten- und Walzwerken
Hochtemperatur-Kettenöl oder Haftfett Automatische Kettenschmierung, kurzes Intervall
Gießkran / Krananlage Lauf-, Seilrollen- und Radlager
Halle
SchwerlastResthitze im Dach
C — Standard
EP-Universalfett NLGI 2, wasserbeständig Einzelpunkt-Geber an schwer erreichbaren Lagern
Walzantriebs-Motoren Lager der E-Motoren und Getriebe
Gesamte Anlage
DrehzahlVibrationen
C — Standard
Motorenlager-Fett NLGI 2–3, Polyharnstoff Herstellervorgabe für Menge und Intervall beachten
Die Angaben in dieser Matrix sind unverbindliche Orientierungswerte. Maßgeblich sind die Vorgaben des Maschinen- und Schmierstoffherstellers; Fettangaben herstellerneutral prüfen. Keine Haftung.
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Fettauswahl nach Zone im Stahlwerk
Drei Basistypen für die spezifischen Anforderungen der Stahlindustrie
Zone A — Hochtemperatur
Polyharnstoff NLGI 2
Für Walzgerüste, Öfen & Stranggießen
BasisSynthetisch / Mineralöl
VerdickerPolyharnstoff (Urea)
NLGI2
Temperatur-20 °C bis +180 °C
Zone B — Stoß & Schwerlast
EP Komplex mit MoS₂
Für Konverter, Pfannendrehturm & Walzlager
BasisMineralöl, hochviskos
VerdickerLithium-/Calcium-Komplex
NLGI2
Temperatur-20 °C bis +150 °C
Zone C — Nässe & Zunder
Ca-Sulfonat-Komplex EP
Für Rollgänge, Kühlbett & Kran
BasisMineralöl / PAO
VerdickerCalciumsulfonat-Komplex
NLGI2
Temperatur-20 °C bis +150 °C
⚠️ Hitze und Fettverträglichkeit beachten
Entscheidend ist die echte Lagertemperatur, nicht die Hallenluft. Liegt sie dauerhaft über dem Bereich des Fettes, verharzt es. Bei einem Fettwechsel zusätzlich die Verträglichkeit prüfen: Mischungen aus Polyharnstoff und Komplexseifen können die Struktur zerstören. Im Zweifel das Lager vor dem Wechsel reinigen.
Alle genannten Schmierstoffe sowie passende PERMA-Füllungen sind in der LUBIX Database hinterlegt — mit Kreuzreferenzen, NLGI-Klassen und Verträglichkeitstabellen. Wie man Wälzlager richtig schmiert, zeigt die zugehörige Anwendungsseite.
Diese Fettempfehlungen sind unverbindliche Orientierungshilfen und herstellerneutral zu prüfen. Eignung und Verträglichkeit vor dem Einsatz mit dem Hersteller abklären. Keine Haftung.
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Noch manuell schmieren? In wenigen Fragen zur passenden perma-Lösung — inklusive Fettempfehlung und Einstellungsvorschlag.
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Präzise Empfehlung in wenigen Fragen
Frage 1 von 7
Schritt 1 / 7 — Umfang
Wie viele Schmierstellen möchten Sie automatisieren?
Zählen Sie Lager, Ketten, Führungen — alle Stellen die Sie bisher von Hand nachschmieren.
Schritt 2 / 7 — Anwendung
Was soll hauptsächlich geschmiert werden?
Wählen Sie den häufigsten Lager- oder Maschinentyp in Ihrer Anlage.
Schritt 3 / 7 — Temperatur
Welche Betriebstemperatur herrscht an der Schmierstelle?
Gemeint ist die Lagertemperatur im laufenden Betrieb — nicht die Umgebungsluft.
Die kritischste Umgebungsbedingung entscheidet über Schutzbedarf und Fetttyp.
Schritt 5 / 9 — Belastung
Wie ist die mechanische Belastung an der Schmierstelle?
Stoß- und Schwingungsbelastung erfordert MoS₂-haltige oder Hochlastfette — unabhängig von Temperatur und Umgebung.
Schritt 5 / 7 — Intervall
Wie lange soll ein Schmierstoffgeber halten?
Kürzere Intervalle = mehr Kontrolle. Längere Intervalle = weniger Wartungsaufwand.
Schritt 6 / 7 — Antrieb
Was steht an der Schmierstelle zur Verfügung?
Entscheidend für die Wahl zwischen elektromechanischem, gas- oder federbetriebenen Systemen.
Schritt 7 / 7 — Sonderanforderungen
Gibt es besondere Anforderungen?
Falls nichts zutrifft, wählen Sie „Keine besonderen Anforderungen".
⚠️ Individuelle Beratung empfohlen
Ihre Anforderungen sind komplex — das ist gut so. Für diese Kombination empfehlen wir eine persönliche Auslegung. Ihre bisherigen Angaben werden direkt mitübermittelt.
📋 Ihre bisherigen Angaben
Mit dem Absenden stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Wir antworten innerhalb von 24 Stunden.
Diese Empfehlung ist eine unverbindliche Orientierungshilfe auf Basis Ihrer Angaben und ersetzt keine fachliche Auslegung. Die tatsächlich geeignete Schmierlösung hängt von den konkreten Betriebsbedingungen Ihrer Anlage ab; verbindlich sind die Vorgaben des Maschinen- und Schmierstoffherstellers. Produkt- und Fettangaben dienen der Orientierung und sind herstellerneutral zu prüfen — eine Haftung für Eignung, Vollständigkeit oder daraus resultierende Schäden wird nicht übernommen.
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Anfrage erfolgreich übermittelt
Vielen Dank! Wir haben Ihre Angaben erhalten und melden uns innerhalb von 24 Stunden mit einer individuellen Empfehlung.
Tipp: Mit dem LUBIX Schmierstellen-Manager können Sie Ihre Schmierstellen schon jetzt digital erfassen.
Wann welche Montagevariante im Stahlwerk sinnvoll ist
Variante 1
Direkte Montage
Schmierstoffgeber direkt am Schmiernippel
Schnelle und einfache Installation ohne Hilfsmittel
Optimal bei kühlen, leicht zugänglichen Lagern
Für Antriebe, Kran und Hallenaggregate geeignet
Keine Schlauchverluste, direkter Druckaufbau
Empfohlen für Stahlwerke
Indirekte Montage
Schmierstoffgeber abgesetzt via Schlauch
Geber sitzt außerhalb von Hitze und Gefahrbereich
Ideal für Walzgerüste, Stranggießen und Öfen (Schlauch bis 5 m)
Schützt Elektronik und Batterie vor Strahlungshitze
Einfacher Austausch ohne Annäherung an glühenden Stahl
Mehrere Lager bündelbar über ein Mehrpunktsystem
⚡ Hitze vom Geber fernhalten
Elektromechanische Geber und ihre Batterien vertragen die Strahlungshitze im Stahlwerk nicht dauerhaft. An heißen Lagern gehört der Geber an eine kühle Stelle, verbunden über eine hitzebeständige Leitung. So bleibt nur das Fett der Hitze ausgesetzt, nicht die Elektronik.
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Passende Schmierstoffgeber — auf Anfrage
Geräte und Menge wählen, gebündelt anfragen
Diese perma-Schmierstoffgeber passen typischerweise zu Schmierstellen im Bereich Stahlwerk. Menge wählen, auf die Anfrageliste setzen und gebündelt anfragen – Preise und Auslegung erhalten Sie auf Anfrage.
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Einzelpunkt-Geber mit LoRa-Funk – zentrale Überwachung großer, verteilter Anlagen.
Eigenfett-Befüllung (auf Anfrage): Grundsätzlich ist es möglich, die Schmierstoffgeber auf ausdrückliche Anfrage mit einem von Ihnen bereitgestellten, freigegebenen Fett zu befüllen. Diese Befüllung wird als separate Dienstleistung angeboten und ist im Einzelfall gesondert anzufragen und abzustimmen. Mehr dazu →
❓
Häufige Fragen zur Schmierung im Stahlwerk
Fragen aus der Praxis und der Instandhaltung
Im Stahlwerk bewähren sich elektromechanische Schmierstoffgeber, die per Schlauch indirekt montiert werden. So sitzt der Geber außerhalb der Strahlungshitze, während nur die Fettleitung bis ans heiße Lager reicht. Für viele Lager an einer Maschine, etwa am Walzgerüst oder am Pfannendrehturm, lohnt sich ein Mehrpunktsystem mit zentralem Behälter. Wichtig sind eine einstellbare Laufzeit von 1–12 Monaten und ein robustes Gehäuse, das Zunder und Spritzwasser standhält.
Lager an Walzgerüsten sehen hohe Temperaturen, Stoßlasten und Kühlwasser zugleich. Empfohlen wird ein Hochtemperatur-Fett der NLGI-Klasse 2 mit Polyharnstoff-Verdicker und synthetischem Grundöl, das bis etwa +180 °C dauerhaft trägt und vom Wasser kaum ausgewaschen wird. Maßgeblich bleiben die Vorgaben des Lagerherstellers.
Lager an Stranggießanlage, Hubbalkenofen oder Walzstraße liegen oft im Gefahrbereich von glühendem Stahl. Manuelles Nachschmieren ist dort riskant. Mit indirekt montierten Schmierstoffgebern wird der Geber an einer kühlen, gut erreichbaren Stelle befestigt und über eine bis zu 5 m lange Leitung mit dem Lager verbunden. Das Lager wird kontinuierlich versorgt, ohne dass jemand in die Hitze treten muss.
Die häufigsten Ursachen sind Hitze, Zunder und Wasser. Strahlungshitze lässt das Fett verharzen und altern, feiner Zunderstaub wirkt im Lager wie Schmirgel, und Kühlwasser wäscht das Fett aus. Kommt manuelles Schmieren mit falscher Menge oder vergessenen Stellen hinzu, läuft das Lager trocken. Automatische Schmierstoffgeber liefern kleine, häufige Fettmengen und drücken so frisches Fett nach, das Zunder und Wasser aus dem Lager verdrängt.
Eine Stranggießanlage hat dutzende Lager an den Segment- und Stützrollen entlang der Kokille bis zum Auslauf. Diese Rollen drehen langsam, tragen das noch heiße Brammenmaterial und stehen ständig in der Sekundärkühlung mit Spritzwasser und Dampf. Dazu kommen Treibrollenlager, Antriebe und Richtmaschinen. Wegen Hitze und Wasser zugleich braucht es ein wasserfestes Hochtemperatur-Fett der NLGI-Klasse 2, das über Mehrpunktsysteme verteilt wird.
Ja. Ein Walzgerüst hat viele Lager auf engem Raum — Einbaustücke, Anstellung, Antrieb — die alle ähnliche Bedingungen sehen. Ein Mehrpunktsystem mit zentralem Behälter versorgt sie gemeinsam und spart das Einzeln-Abschmieren im heißen Bereich. Schon ein vermiedener Lagerschaden mit ungeplantem Walzenwechsel wiegt die Investition meist auf, weil ein Stillstand der Walzstraße sehr teuer ist.
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Alle Schmierstellen strukturiert hinterlegen — Walzgerüste, Stranggießanlage, Öfen. Fälligkeiten tracken, QR-Etiketten drucken, PDF-Export für die Wartungsdokumentation.