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Schmierstoff-Lexikon: Fachbegriffe der Schmierung von A bis Z

Was bedeutet NLGI, Tropfpunkt oder Verdicker? Das LUBIX-Lexikon erklärt die wichtigsten Fachbegriffe rund um Schmierung, Schmierstoffe und Lager – kurz, herstellerneutral und in einfacher Sprache.

AZLUBIX · WISSENSchmierstoff-LexikonFachbegriffe der Schmierung – von A bis Z
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Schmierstoff-Lexikon

Fachbegriffe der Schmierung – einfach erklärt

Das LUBIX-Lexikon erklärt die wichtigsten Fachbegriffe rund um Schmierung, Schmierstoffe und Lager – kurz, herstellerneutral und in einfacher Sprache. Begriffe wie NLGI-Klasse, Tropfpunkt, Grundölviskosität oder Mischbarkeit tauchen überall in Datenblättern und Leitfäden auf. Tipp: markierte Begriffe zeigen beim Überfahren eine Kurzdefinition.

A

Additive #
Additive sind Zusätze im Grundöl oder Fett, die Eigenschaften wie Verschleiß- und Korrosionsschutz, Alterungsbeständigkeit oder Hochdruckfestigkeit verbessern. Ihr Anteil ist klein, ihre Wirkung groß.
Aluminiumkomplexseife #
Aluminiumkomplexfette sind wasserbeständig und temperaturfest und werden häufig in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie eingesetzt (oft als H1-Fette).
Anlagenverfügbarkeit #
Die Anlagenverfügbarkeit ist der Anteil der geplanten Zeit, in dem eine Anlage tatsächlich läuft. Ungeplante Schmier- und Lagerausfälle senken sie direkt.
ATEX / Ex-Schutz #
ATEX bezeichnet EU-Richtlinien für Geräte in explosionsgefährdeten Bereichen (Ex-Zonen). Dort müssen auch Schmierstoffgeber für die jeweilige Zone zugelassen sein.
AW-Additive (Verschleißschutz) #
AW steht für Anti-Wear. Diese Additive bilden auf der Metalloberfläche eine Schutzschicht und verringern den Verschleiß, wenn der Schmierfilm dünn wird (Mischreibung).

B

Bariumkomplexseife #
Bariumkomplexfette sind sehr beständig gegen Wasser, Chemikalien und hohe Lasten. Wegen des enthaltenen Schwermetalls aber rückläufig.
Bentonit-Verdicker #
Bentonit ist ein anorganischer Verdicker auf Tonbasis. Er hat keinen festen Tropfpunkt und wird für Fette bei hohen Temperaturen eingesetzt.
Betriebstemperatur #
Die Betriebstemperatur ist die reale Temperatur an Lager oder Schmierstelle – nicht zu verwechseln mit der Systemtemperatur eines Geräts. Sie bestimmt die Schmierstoffwahl mit.
Biologisch abbaubares Öl #
Biologisch abbaubare Öle (oft auf Ester- oder Pflanzenölbasis) bauen sich in der Umwelt schneller ab – wichtig in Wasser-, Forst- und Landtechnik.

C

Calciumsulfonat-Komplex #
Calciumsulfonat-Komplexfette bieten von Haus aus guten Schutz gegen Wasser, Korrosion und hohe Lasten – oft ohne viele Zusatz-Additive. Beliebt in nassen, schweren Anwendungen.

D

DIN 51825 (Fette K/KP) #
DIN 51825 klassifiziert Schmierfette für Wälzlager über ein Kurzzeichen (z. B. KP2K-30): Verdicker/Additive, Konsistenz und unterer Temperaturbereich.
Dosierventil #
Ein Dosierventil gibt in der Zentralschmierung eine fest eingestellte Schmierstoffmenge an seine Stelle ab – die Summe ergibt den Bedarf der Anlage.
Drehzahlkennwert (n·dm) #
Der Drehzahlkennwert (n × dm) verknüpft Drehzahl und mittleren Lagerdurchmesser. Er hilft, das passende Grundöl und das Nachschmierintervall abzuschätzen.

E

Eigenfett-Befüllung #
Viele Schmierstoffgeber lassen sich auf Anfrage mit dem eigenen, bereits freigegebenen Fett des Betriebs befüllen – so bleibt es bei einem Fett für Hand- und Automatikschmierung.
Einleitungssystem #
Beim Einleitungssystem versorgt eine Pumpe über eine Hauptleitung und Dosierventile mehrere Stellen – einfach, vor allem für Fließfette und Öle.
Einpunktschmierung #
Bei der Einpunktschmierung versorgt ein Schmierstoffgeber genau eine Schmierstelle – die einfachste und häufigste Form der automatischen Schmierung.
Elastohydrodynamische Schmierung (EHD) #
Im Wälzkontakt zwischen Wälzkörper und Laufbahn entsteht unter hohem Druck ein extrem dünner, aber tragfähiger Schmierfilm. Diesen Fall nennt man elastohydrodynamische Schmierung.
Elektrochemischer Geber #
Beim elektrochemischen Geber erzeugt eine Zelle ein Gas, dessen Druck den Kolben schiebt und den Schmierstoff abgibt. Die Spendezeit ist über die Zelle einstellbar.
Elektromechanischer Geber #
Ein elektromechanischer Geber treibt den Kolben über einen kleinen Motor an. Er liefert hohen, gleichmäßigen Druck und lässt sich fein einstellen, teils mit Anzeige.
EP-Additive (Hochdruck) #
EP steht für Extreme Pressure. Diese Additive schützen die Oberflächen bei hohen Lasten und Stößen, wenn der normale Schmierfilm durchbrochen würde – etwa an Großlagern und offenen Getrieben.
Erstbefüllung #
Die Erstbefüllung ist die Fettmenge, mit der ein Lager bei der Montage befüllt wird. Sie ist meist größer als die spätere Nachschmiermenge.
Esteröl #
Esteröle sind synthetische Grundöle mit gutem Tieftemperatur- und Alterungsverhalten, oft kombiniert mit PAO. Sie können Dichtungen angreifen – Werkstoff prüfen.

F

Federkraft-Geber #
Federkraftgeber drücken den Schmierstoff über eine vorgespannte Feder heraus. Einfach und robust, aber mit über die Laufzeit nachlassendem Druck.
Festschmierstoffe #
Festschmierstoffe wie Molybdändisulfid, Graphit oder PTFE werden Fetten zugesetzt, um bei sehr hohen Lasten, niedrigen Drehzahlen oder im Notlauf zu schützen.
Fettgebrauchsdauer #
Die Fettgebrauchsdauer ist die Zeitspanne, in der ein Fett im Lager zuverlässig schmiert. Sie hängt stark von Temperatur, Drehzahl und Last ab; danach wird nachgeschmiert oder das Fett gewechselt.
Fettpresse #
Die Fettpresse drückt Fett von Hand über den Schmiernippel ins Lager. Die abgegebene Menge ist dabei schwer zu dosieren.
Flammpunkt #
Der Flammpunkt ist die niedrigste Temperatur, bei der ein Öl genug Dämpfe abgibt, um sich kurz zu entzünden. Er ist ein Sicherheits-, kein Betriebskennwert.
Fließfett (NLGI 000–0) #
Fließfette (NLGI 000 bis 0) sind sehr weich und werden in Zentralschmieranlagen und Getrieben eingesetzt, wo das Fett zur Stelle fließen muss.
Fressen (Adhäsion) #
Fressen entsteht, wenn der Schmierfilm zusammenbricht und sich Metalloberflächen kurz verschweißen und wieder ausreißen. Es führt schnell zu schweren Schäden.

G

Gegendruck #
Der Gegendruck entsteht durch Leitungslänge, Querschnitt, Fettkonsistenz und Kälte. Er begrenzt, wie weit und wie zuverlässig ein Geber fördern kann.
Gleitlager #
Im Gleitlager gleitet die Welle auf einem Schmierfilm in der Lagerschale. Idealerweise trennt ein voller (hydrodynamischer) Film die Flächen vollständig.
Graphit #
Graphit ist ein schwarzer Festschmierstoff, der auch bei hohen Temperaturen schmiert – oft in offenen Verzahnungen und Hochtemperaturpasten.
Grübchenbildung (Pitting) #
Pitting sind kleine Ausbrüche an der Laufbahn durch Werkstoffermüdung. Mangelschmierung und Verunreinigung beschleunigen es; es kündigt das Lebensende des Lagers an.
Grundöl #
Das Grundöl ist der Hauptbestandteil eines Fetts und übernimmt die eigentliche Schmierung. Seine Viskosität ist entscheidend für die Eignung an einer Schmierstelle.
Grundölviskosität #
Die Grundölviskosität beschreibt, wie zäh das Öl im Fett ist – meist wichtiger für die Auswahl als die Konsistenz. Hohe Drehzahl heißt eher dünn, hohe Last und langsam eher zäh.

H

Haftverbesserer (Tackifier) #
Haftadditive machen Öle und Fette zäh-klebrig, damit sie an Ketten und offenen Stellen haften bleiben und nicht abgeschleudert werden.
Handschmierung #
Bei der Handschmierung wird von Hand nachgefettet – einfach, aber fehleranfällig (vergessen, zu viel, zu wenig) und schlecht dokumentierbar.
Heißlauf #
Heißlauf ist die übermäßige Erwärmung eines Lagers durch Mangel- oder Überschmierung, falsches Fett, zu hohe Vorspannung oder Überlast – ein Warnzeichen vor dem Ausfall.
Hochtemperaturfett #
Hochtemperaturfette nutzen temperaturfeste Verdicker (z. B. Polyharnstoff, Bentonit) und synthetische Grundöle. Maßgeblich ist der Temperaturbereich im Datenblatt, nicht der Name.
Hydrodynamische Schmierung #
Bei hydrodynamischer Schmierung trennt ein durchgehender Schmierfilm die bewegten Flächen vollständig – kein Metallkontakt. Idealzustand vor allem bei Gleitlagern.

I

Initialschmierung #
Die Initialschmierung versorgt eine Schmierstelle vor dem ersten Anlauf, damit von Beginn an ein Schmierfilm vorhanden ist.
ISO VG (Viskositätsklasse) #
ISO VG ist die genormte Viskositätsklasse von Industrieölen (z. B. VG 100, VG 220). Die Zahl entspricht der kinematischen Viskosität bei 40 °C in mm²/s.

K

Käfig (Lager) #
Der Käfig führt die Wälzkörper im Lager und hält sie auf gleichmäßigem Abstand. Auch er braucht Schmierung, um nicht zu verschleißen.
Kinematische Viskosität #
Die kinematische Viskosität misst den Fließwiderstand eines Öls (in mm²/s, meist bei 40 °C und 100 °C). Sie ist die gebräuchlichste Viskositätsangabe.
Konsistenz #
Die Konsistenz beschreibt, wie fest oder weich ein Fett ist. Sie wird über die Walkpenetration bestimmt und als NLGI-Klasse angegeben – sagt aber nichts über die Schmierfähigkeit.
Kontamination #
Kontamination ist das Eindringen von Schmutz, Staub, Wasser oder Fremdstoffen in den Schmierstoff. Eine der häufigsten Ursachen für vorzeitigen Lagerausfall.
Korrosion #
Korrosion ist der chemische Angriff auf Metall, meist durch Feuchtigkeit. Schmierstoffe mit Korrosionsschutz und gute Abdichtung halten sie fern.
Korrosionsschutz-Additive #
Diese Additive bilden einen Schutzfilm, der Metall vor Rost und chemischem Angriff schützt – wichtig bei Feuchtigkeit und Stillstand.

L

Labyrinthdichtung #
Eine Labyrinthdichtung dichtet ohne Berührung über enge, verschachtelte Spalte ab – verschleißfrei, hält grobe Verschmutzung fern, ist aber nicht vollständig dicht.
Lagerlebensdauer (L10) #
Die nominelle Lebensdauer L10 gibt an, welche Laufzeit 90 % gleicher Lager unter definierter Last erreichen. Schmierung und Sauberkeit beeinflussen sie stark.
Lagerluft (Lagerspiel) #
Die Lagerluft ist das Spiel im Lager vor dem Einbau. Sie beeinflusst Vorspannung, Temperatur und Lebensdauer und muss zur Anwendung passen.
Laufbahn #
Die Laufbahn ist die gehärtete Fläche an Innen- und Außenring, auf der die Wälzkörper abrollen. Auf ihr muss der tragende Schmierfilm stehen.
Lebensdauerschmierung #
Bei der Lebensdauerschmierung ist das Lager dauerhaft befüllt und wird nicht nachgeschmiert – verbreitet bei kleinen, gekapselten Lagern wie in Elektromotoren.
Lithiumkomplexseife #
Lithiumkomplexfette vertragen höhere Temperaturen als einfache Lithiumfette und haben einen höheren Tropfpunkt. Verbreiteter Standard für anspruchsvollere Lager.
Lithiumseife #
Lithiumseife ist der weltweit gebräuchlichste Verdicker. Lithiumfette sind gute, preiswerte Mehrzweckfette für mittlere Temperaturen.

M

Mangelschmierung #
Mangelschmierung bedeutet, dass zu wenig oder kein frischer Schmierstoff ankommt. Der Schmierfilm reißt ab, das Lager läuft heiß und fällt aus – die häufigste vermeidbare Ausfallursache.
Mehrpunktschmierung #
Bei der Mehrpunktschmierung versorgt ein Gerät oder Verteiler mehrere Schmierstellen gleichzeitig – im Gegensatz zur Einpunktschmierung an genau einer Stelle.
Mehrzweckfett #
Ein Mehrzweckfett deckt viele Standard-Schmierstellen ab (meist Lithium, NLGI 2). Praktisch, aber kein Ersatz für Spezialfette bei Extrembedingungen.
Mineralöl #
Mineralöl ist ein aus Erdöl gewonnenes Grundöl und Standard für viele Fette und Öle. Für extreme Temperaturen werden Syntheseöle bevorzugt.
Mischbarkeit / Verträglichkeit #
Mischbarkeit beschreibt, ob zwei Fette zusammenpassen. Unverträgliche Verdicker oder Additive können das Fett weich machen oder die Schmierwirkung zerstören – vor jedem Wechsel prüfen.
Mischreibung #
Bei Mischreibung trägt der Schmierfilm nicht mehr vollständig, es kommt zu teilweisem Metallkontakt. Hier schützen Verschleiß- und EP-Additive vor Schäden.
Molybdändisulfid (MoS2) #
Molybdändisulfid ist ein grauschwarzer Festschmierstoff, der bei sehr hohen Lasten, langsamen Bewegungen oder im Notlauf zwischen den Flächen schützt.
MTBF #
MTBF (Mean Time Between Failures) ist die durchschnittliche störungsfreie Laufzeit. Gute Schmierung erhöht die MTBF spürbar.

N

Nachschmierintervall #
Das Nachschmierintervall gibt an, nach welcher Zeit frisches Fett nachgegeben werden muss. Es hängt von Lagergröße, Drehzahl, Temperatur und Umgebung ab und lässt sich rechnerisch abschätzen.
Nachschmiermenge #
Die Nachschmiermenge ist die Fettmenge pro Nachschmierung. Eine gängige Faustformel für Wälzlager ist 0,005 × Außendurchmesser × Breite (in mm) – als Richtwert.
Natriumseife #
Natriumseifenfette haben eine faserige Struktur und nehmen Wasser auf, statt es abzuweisen. Heute weitgehend von Lithium- und Komplexseifen abgelöst.
NLGI-Klasse #
Die NLGI-Klasse gibt die Konsistenz (Festigkeit) eines Fetts an, von 000 (fast flüssig) bis 6 (blockfest). NLGI 2 ist der Standard für die meisten Wälzlager. Sie sagt nichts über die Temperaturbeständigkeit aus.
Notlaufeigenschaft #
Notlaufeigenschaften beschreiben, wie lange eine Schmierstelle bei Schmierstoffmangel ohne sofortigen Schaden weiterläuft – oft unterstützt durch Festschmierstoffe.
NSF H1 (lebensmittelecht) #
NSF H1 kennzeichnet Schmierstoffe, die für gelegentlichen, technisch unvermeidbaren Kontakt mit Lebensmitteln zugelassen sind. Pflicht in weiten Teilen der Lebensmittel- und Getränkeindustrie.

O

Offene Verzahnung #
Offene Verzahnungen wie Zahnkränze an Mühlen und Öfen werden mit zähen Haftschmierstoffen versorgt, meist per Sprüh- oder Verlustschmierung.
Ölabscheidung (Bleeding) #
Ölabscheidung bedeutet, dass aus dem Fett Grundöl austritt. In Maßen ist das gewollt und schmiert; zu stark führt es dazu, dass das Fett verhärtet.
Ölanalyse #
Die Ölanalyse misst Alterung, Verschmutzung und Abriebpartikel im Öl. Sie zeigt Schäden früh und hilft, Wechselintervalle bedarfsgerecht zu setzen.
Ölnebelschmierung #
Bei der Ölnebelschmierung wird Öl als feiner Nebel zugeführt – sparsam und kühlend, aber mit Anforderungen an Absaugung und Umweltschutz.
Ölwechsel #
Beim Ölwechsel wird gealtertes, verschmutztes Öl abgelassen und durch frisches ersetzt. Das Intervall richtet sich nach Belastung, Temperatur und Ölanalyse.
Oxidationsstabilität #
Die Oxidationsstabilität beschreibt, wie gut ein Schmierstoff der Alterung durch Sauerstoff und Wärme widersteht. Hohe Temperaturen beschleunigen die Alterung stark.

P

PAG (Polyglykol) #
Polyglykolöle (PAG) haben sehr gute Schmier- und Temperatureigenschaften, sind aber häufig nicht mit Mineral- oder PAO-Ölen mischbar – Verträglichkeit zwingend prüfen.
PAO (Syntheseöl) #
PAO (Polyalphaolefin) ist ein synthetisches Grundöl mit gutem Tieftemperatur- und Alterungsverhalten. Es deckt einen weiteren Temperaturbereich ab als Mineralöl.
Passungsrost #
Passungsrost ist der rotbraune Abrieb, der durch Reibkorrosion (Fretting) bei kleinen Schwingbewegungen entsteht – etwa an stehenden Lagern unter Vibration.
PFPE (Perfluorpolyether) #
PFPE-Öle sind chemisch extrem beständig und für sehr hohe Temperaturen und aggressive Medien geeignet – teuer, nur für Sonderfälle.
Polyharnstoff (Polyurea) #
Polyharnstoff ist ein organischer Verdicker ohne Metallseife. Polyureafette sind temperaturfest und alterungsstabil – verbreitet in lebensdauergeschmierten Elektromotorlagern.
Pourpoint (Stockpunkt) #
Der Pourpoint ist die niedrigste Temperatur, bei der ein Öl gerade noch fließt. Darunter wird es fest – wichtig für den Kälteeinsatz.
Predictive Maintenance #
Predictive Maintenance nutzt Sensordaten (z. B. Schwingung, Temperatur), um Schäden vorherzusagen und gezielt vor dem Ausfall einzugreifen.
Progressivverteiler #
Ein Progressivverteiler teilt den Schmierstoff einer Pumpe in feste Einzelmengen auf und gibt sie nacheinander an mehrere Schmierstellen ab. Eine Blockade fällt sofort auf.
PTFE #
PTFE (Teflon) ist ein weißer Festschmierstoff mit sehr niedriger Reibung und hoher chemischer Beständigkeit. Wird u. a. in Spezial- und Lebensmittelfetten genutzt.

R

Reibkorrosion (Fretting) #
Fretting (Passungsrost) entsteht durch winzige Schwingbewegungen bei stehender Welle, etwa durch Vibration im Stillstand. Es zeigt sich als rotbrauner Abrieb und schädigt die Laufbahn.
Reibung #
Reibung ist der Bewegungswiderstand zwischen zwei Flächen. Schmierung senkt die Reibung, spart Energie und verhindert Verschleiß und Hitze.
Restmenge #
Als Restmenge bleibt am Ende der Spendezeit etwas Schmierstoff im Geber oder in der Leitung zurück. Sie ist bei der Auslegung einzuplanen.
Riffelbildung (Waschbrettmuster) #
Riffel sind regelmäßige Querriefen auf der Laufbahn, oft durch Lagerströme oder Vibration im Stillstand. Sie führen zu Lärm und frühem Ausfall.

S

Sauberkeit / Kontaminationskontrolle #
Kontaminationskontrolle umfasst alle Maßnahmen, die Schmutz und Wasser vom Schmierstoff fernhalten – saubere Nippel, Filtration, Abdichtung. Sie verlängert die Lebensdauer deutlich.
Scherstabilität #
Die Scherstabilität beschreibt, wie gut ein Fett seine Konsistenz unter ständiger Walkbeanspruchung behält. Scherinstabile Fette werden weich und laufen aus.
Schmierfett #
Schmierfett besteht aus Grundöl, einem Verdicker (dem Schwamm, der das Öl hält) und Additiven. Es bleibt an der Schmierstelle und dichtet sie zugleich ab.
Schmierfilm #
Der Schmierfilm ist die dünne Schicht Schmierstoff, die die bewegten Flächen trennt. Bricht er ab, kommt es zu Metallkontakt, Verschleiß und Hitze.
Schmiernippel #
Der Schmiernippel ist der genormte Anschluss, über den Fett von Hand oder von einem Schmierstoffgeber in die Schmierstelle gedrückt wird (z. B. Kegelnippel nach DIN 71412).
Schmierplan #
Der Schmierplan legt für jede Schmierstelle Schmierstoff, Menge und Intervall fest. Er ist die Grundlage für zuverlässige, dokumentierte Instandhaltung.
Schmierstellenkataster #
Das Schmierstellenkataster erfasst alle Schmierstellen einer Anlage mit ihren Daten – Voraussetzung für Schmierplan und lückenlose Nachschmierung.
Schmierstoffgeber #
Ein Schmierstoffgeber gibt über einen eingestellten Zeitraum laufend kleine, dosierte Mengen Fett oder Öl an eine Schmierstelle ab – statt seltener Handschmierung.
Silikonöl #
Silikonöle vertragen sehr hohe und tiefe Temperaturen, haben aber eine geringe Tragfähigkeit – eher für niedrig belastete Stellen, Dichtungen und Ventile.
Spendezeit / Entleerzeit #
Die Spendezeit (Entleerzeit) ist der eingestellte Zeitraum, über den ein Schmierstoffgeber seinen Inhalt abgibt – je nach Bedarf typischerweise von 1 bis 12 Monaten.
Stromdurchgang (Lagerströme) #
Bei umrichtergespeisten Motoren können Ströme durch das Lager fließen und die Laufbahn anschmelzen (Riffelbildung). Abhilfe: isolierte Lager, Erdung, geeignetes Fett.
Syntheseöl #
Syntheseöle wie PAO, Ester oder PAG sind gezielt hergestellte Grundöle. Sie vertragen höhere und tiefere Temperaturen und altern langsamer als Mineralöl – sind aber teurer.

T

Tauchschmierung (Ölbad) #
Bei der Tauchschmierung tauchen z. B. Zahnräder ins Ölbad ein und verteilen das Öl. Einfach und wartungsarm, aber begrenzt bei hohen Drehzahlen.
Tieftemperaturfett #
Tieftemperaturfette bleiben bei Minusgraden weich und schmierfähig – durch dünnflüssige synthetische Grundöle und passende Verdicker.
Tribologie #
Tribologie ist die Wissenschaft von Reibung, Verschleiß und Schmierung zwischen bewegten Flächen – die Grundlage jeder Schmierungstechnik.
Tropfpunkt #
Der Tropfpunkt ist die Temperatur, bei der ein Fett vom halbfesten in den flüssigen Zustand übergeht (nach DIN ISO 2176). Die Dauer-Gebrauchstemperatur liegt deutlich darunter.

U

Überschmierung #
Überschmierung bedeutet zu viel Fett im Lager. Das Fett wird gewalkt, die Temperatur steigt, Dichtungen können gedrückt werden – ebenso schädlich wie zu wenig Fett.
Umlaufschmierung #
Bei der Umlaufschmierung pumpt eine Anlage Öl zur Schmierstelle und führt es gefiltert und gekühlt zurück – verbreitet an Großgetrieben.

V

Verdampfungsverlust #
Der Verdampfungsverlust gibt an, wie viel Grundöl bei hoher Temperatur verdampft. Hohe Verluste führen zu Verhärtung und kürzerer Fettgebrauchsdauer.
Verdicker #
Der Verdicker ist das Gerüst des Fetts, das das Grundöl wie ein Schwamm hält und nach Bedarf abgibt. Sein Typ (z. B. Lithium, Calcium, Polyharnstoff) bestimmt Temperatur- und Wasserverhalten.
Verlustschmierung #
Bei der Verlustschmierung gelangt der Schmierstoff einmalig an die Stelle und wird nicht aufgefangen – typisch für offene Ketten, Zahnkränze und viele automatische Geber.
Verschleiß #
Verschleiß ist der fortschreitende Materialabtrag an bewegten Flächen. Die richtige Schmierung ist der wirksamste Schutz dagegen.
Vierkugelapparat (VKA) #
Im Vierkugelapparat wird die Belastbarkeit eines Schmierstoffs geprüft (Schweißkraft, Verschleißkalotte) – ein Kennwert für EP- und Verschleißverhalten.
Viskosität #
Die Viskosität beschreibt, wie zäh ein Öl fließt. Sie ist der wichtigste Kennwert für die Ölauswahl und nimmt mit steigender Temperatur ab.
Viskositätsindex (VI) #
Der Viskositätsindex gibt an, wie stark sich die Viskosität mit der Temperatur ändert. Ein hoher VI heißt: das Öl bleibt über einen weiten Temperaturbereich gleichmäßig zäh.
Vorspannung #
Vorspannung nimmt das Lagerspiel heraus und erhöht Steifigkeit und Laufgenauigkeit – wichtig z. B. bei Spindeln. Zu hohe Vorspannung erzeugt Wärme.

W

Walkpenetration #
Die Walkpenetration misst, wie tief ein Normkonus in durchgearbeitetes Fett einsinkt (in 0,1 mm). Daraus ergibt sich die NLGI-Klasse.
Wälzlager #
Im Wälzlager rollen Kugeln oder Rollen zwischen zwei Ringen. Es braucht einen tragenden Schmierfilm auf den Laufbahnen – meist über Fett.
Wasserbeständigkeit #
Die Wasserbeständigkeit beschreibt, wie gut ein Fett an der Schmierstelle bleibt, statt vom Wasser ausgewaschen zu werden – wichtig in nassen Anlagen wie Kläranlagen.
Weißöl #
Weißöle sind besonders reine, farb- und geruchlose Mineralöle für lebensmittel- und pharmanahe Anwendungen.
Wellendichtring #
Der Wellendichtring (Simmerring) dichtet die Welle berührend ab und hält Schmierstoff drinnen, Schmutz draußen. Er verschleißt und braucht selbst etwas Schmierung.

Z

Zentralschmierung #
Eine Zentralschmieranlage versorgt von einer Pumpe aus viele Schmierstellen automatisch und dosiert – verbreitet an Maschinen und Fahrzeugen mit vielen Schmierpunkten.
Zustandsorientierte Instandhaltung (CBM) #
Bei der zustandsorientierten Instandhaltung wird nach dem gemessenen Zustand gewartet, nicht nach starrem Kalender – das spart Aufwand und vermeidet Ausfälle.
Zweileitungssystem #
Beim Zweileitungssystem versorgen zwei Hauptleitungen abwechselnd die Verteiler. Es eignet sich für viele Schmierstellen über große Entfernungen und ist robust gegen Verstopfung.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet
Die NLGI-Klasse beschreibt die Konsistenz (Festigkeit) eines Fetts, die Viskosität die Zähigkeit des Öls. Für die Lagerauswahl ist meist die Grundölviskosität entscheidend, nicht die NLGI-Klasse.
Für höhere Temperaturen kommen Lithiumkomplex-, Polyharnstoff-, Calciumsulfonat- oder Bentonitfette infrage. Maßgeblich ist immer der Temperaturbereich im Datenblatt, nicht der Verdicker allein.
Nur nach Prüfung der Verträglichkeit. Unterschiedliche Verdicker oder Additive können unverträglich sein und das Fett weich machen. Im Zweifel das Altfett entfernen und den Hersteller fragen.
NSF H1 kennzeichnet Schmierstoffe, die für gelegentlichen, technisch unvermeidbaren Kontakt mit Lebensmitteln zugelassen sind – in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie meist Pflicht.