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Lager richtig schmieren: das richtige Fett, die richtige Menge, das richtige Intervall

Die meisten Lagerschäden entstehen nicht durch Materialfehler, sondern durch Schmierung – zu wenig, zu viel oder das falsche Fett. Diese Anleitung fasst zusammen, worauf es bei der Wälzlagerschmierung praktisch ankommt.

Lager richtig schmieren – Die Anleitung in 5 Schritten · LUBIX WissenLUBIX · WISSENLager richtig schmierenDie Anleitung in 5 Schritten
⚡ Kurz erklärt

Ein Wälzlager richtig zu schmieren heißt: das passende Fett, die richtige Menge und das passende Intervall. Zu wenig Fett führt zu Verschleiß, zu viel zu Temperaturanstieg. Üblich ist eine Erstbefüllung von etwa einem Drittel bis maximal der Hälfte des freien Lagerraums; Nachschmiermenge und -intervall hängen von Lagergröße, Drehzahl, Temperatur und Umgebung ab.

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Das richtige Fett

Passend zur Schmierstelle

Vor Menge und Intervall steht das Fett. Es muss zu Temperatur, Drehzahl, Last und Umgebung passen – die Auswahl ist im Detail unter Schmierstoff auswählen beschrieben. Für die meisten Wälzlager ist ein Mehrzweckfett der Klasse NLGI 2 der Ausgangspunkt. Wird auf ein anderes Fett gewechselt, vorher die Verträglichkeit prüfen.

Illustration: Lager richtig schmieren in fünf SchrittenLager richtig schmierenSchritt für Schritt zur korrekten Nachschmierung1Schmierstelle reinigenSchmiernippel säubern, Schmutzeintrag vermeiden2Richtiges Fett wählenPassende NLGI-Klasse und Freigabe3Menge berechnenFaustformel 0,005 × D × B4Langsam nachschmierenMöglichst bei laufender Drehung5DokumentierenIntervall und Menge festhaltenRichtwert · lubix.de
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Die richtige Menge

Erstbefüllung und Nachschmiermenge

Bei der Erstbefüllung wird das Lager selbst vollständig mit Fett versehen, der freie Raum im Lagergehäuse dagegen nur teilweise – üblich ist etwa ein Drittel bis maximal die Hälfte. Ein randvoll gefülltes Gehäuse führt beim Anlauf zu Walkarbeit, Temperaturanstieg und Fettaustritt.

Für die Nachschmiermenge gibt es eine gängige Faustformel:

Fettmenge [g] ≈ 0,005 × D × B

mit D = Lager-Außendurchmesser in mm und B = Lagerbreite in mm. Das ist ein Richtwert für die normale Nachschmierung – die konkrete Menge gibt der Lagerhersteller vor. Genauer wird es im Beitrag Nachschmiermenge berechnen.

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Das richtige Intervall

Wie oft nachschmieren?

Das Nachschmierintervall hängt von Drehzahl (Drehzahlkennwert n·dm), Lagergröße, Temperatur und Umgebung ab – eine pauschale Wochen- oder Monatsangabe gibt es nicht. Zwei Faustregeln helfen bei der Einordnung:

  • Höhere Drehzahl und größere Lager verkürzen das Intervall.
  • Höhere Temperatur verkürzt es deutlich: Als grobe Faustregel halbiert sich die Fettgebrauchsdauer je rund 15 °C Temperaturerhöhung im oberen Bereich.

Wasser, Staub und Vibration verkürzen das Intervall zusätzlich. Die Berechnung ist im Beitrag Nachschmierintervall berechnen beschrieben.

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Von Hand schmieren

Sauber und dosiert
  • Schmiernippel und Fettpresse vor dem Ansetzen reinigen – Schmutz, der mit eingepresst wird, wirkt wie Schmirgel.
  • Nur das freigegebene, dokumentierte Fett verwenden.
  • Wenn möglich bei laufendem oder langsam drehendem Lager schmieren, damit sich das Fett verteilt.
  • Die berechnete Menge dosiert einbringen, nicht „bis Widerstand kommt" – das führt schnell zur Überfettung.
  • Wo vorhanden, das Fettablassventil öffnen, damit Altfett austreten kann.
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Automatisch schmieren

Kleine Mengen, kontinuierlich

Ein automatischer Schmierstoffgeber gibt laufend kleine, gleichmäßige Mengen ab, statt selten eine große. Das hält den Schmierfilm konstant, verhindert vergessene Schmierstellen und reduziert sowohl Unter- als auch Überschmierung. Welches System sich eignet – Einzelpunkt, Mehrpunkt oder Zentral – erklären die Systemseiten; die passende Menge und das Intervall stellst du am Geber ein. Alle Schmierstellen mit Fett, Menge und Intervall behältst du im Schmierstellen-Manager im Blick.

Typische Fehler vermeiden. Zu viel Fett ist genauso schädlich wie zu wenig. Mehr dazu in den häufigsten Schmierfehlern und unter Überfettung von Lagern.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet
Das Lager selbst wird vollständig gefüllt, der freie Gehäuseraum nur zu etwa einem Drittel bis maximal der Hälfte. Für die Nachschmiermenge ist 0,005 × Außendurchmesser × Breite (in mm, Ergebnis in g) eine gängige Faustformel; die Herstellerangabe hat Vorrang.
Das hängt von Drehzahl, Lagergröße, Temperatur und Umgebung ab. Eine feste Angabe gibt es nicht; höhere Drehzahl und Temperatur verkürzen das Intervall. Als grobe Faustregel halbiert sich die Fettgebrauchsdauer je etwa 15 °C mehr.
Wenn es sicher möglich ist, ja – so verteilt sich das frische Fett besser. Sicherheit geht vor: nur, wenn keine Gefahr durch drehende Teile besteht.
Sie liefert kleine Mengen kontinuierlich und verhindert vergessene Schmierstellen sowie grobe Dosierfehler. Von Hand bleibt für seltene oder schwer zugängliche Stellen sinnvoll; oft ergänzen sich beide.