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Was die NLGI-Klassen bei Schmierfetten bedeuten

Die NLGI-Klasse steht auf jeder Fettkartusche – aber sie sagt nur, wie fest das Fett ist, nicht wie gut es schmiert. Hier steht, was die Zahlen bedeuten und welche Klasse an welche Schmierstelle gehört.

NLGI-Klassen – Konsistenz von Schmierfetten – 000 bis 6 · LUBIX WissenLUBIX · WISSENNLGI-KlassenKonsistenz von Schmierfetten – 000 bis 6
⚡ Kurz erklärt

NLGI-Klassen beschreiben die Konsistenz – also die Festigkeit – eines Schmierfetts, nicht seine Schmierfähigkeit. Die Skala reicht von NLGI 000 (nahezu fließend) bis NLGI 6 (sehr fest). Eingeteilt wird über die Walkpenetration nach DIN ISO 2137. Für die meisten Wälzlager ist NLGI 2 die Standardklasse.

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Was die NLGI-Klasse aussagt

Konsistenz, nicht Schmierfähigkeit

Die NLGI-Klasse ordnet ein Fett nach seiner Konsistenz ein – wie weich oder fest es ist. Sie sagt nichts darüber aus, wie gut ein Fett schmiert, welchen Temperaturbereich es abdeckt oder welche Lasten es trägt. Das bestimmen Grundöl, Verdicker und Additive (mehr dazu unter Fett-Kennzahlen).

Die Skala stammt vom National Lubricating Grease Institute (NLGI). Gemessen wird die Konsistenz über die Walkpenetration: Ein genormter Konus sinkt unter festgelegten Bedingungen in das durchgearbeitete Fett ein, die Eindringtiefe in Zehntelmillimetern (0,1 mm) ergibt die Klasse. Je tiefer der Konus einsinkt, desto weicher das Fett und desto niedriger die Klasse. Geprüft wird nach DIN ISO 2137.

Illustration: NLGI-Konsistenzklassen 000 bis 6, NLGI 2 als Standard für WälzlagerNLGI-KonsistenzklassenWie fest ein Schmierfett ist – von fast flüssig bis blockfest◀ weich · fließendfest · hart ▶000000123456NLGI 2 — Standard für Wälzlager & Geber000–0Fließfett · Zentral-/Verlustschmierung1–2Wälzlager · Standardfall (NLGI 2)3–4Hohe Drehzahl · gute Abdichtung5–6Blockfett · SonderfälleRichtwert · lubix.de
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Die NLGI-Klassen im Überblick

Von 000 bis 6
KlasseWalkpenetration (0,1 mm)KonsistenzTypischer Einsatz
000445–475nahezu flüssigGetriebe, Zentralschmierung
00400–430sehr weich, fließfähigGetriebe, Zentralschmieranlagen
0355–385weich, gut förderbarZentralschmierung, kältere Umgebung
1310–340weichZentralschmierung, tiefere Temperaturen
2265–295mittel (Standard)Wälzlager – der häufigste Fall
3220–250feststehende Wellen, höhere Temperatur, gute Abdichtung
4–6205 bis 85sehr fest bis blockartigSonderfälle, z. B. offene Gleitführungen

Die Penetrationsbereiche sind genormt – NLGI 2 entspricht also immer demselben Konsistenzbereich, unabhängig vom Hersteller. Wichtig ist das Wort „durchgearbeitet": Gemessen wird im gewalkten Zustand, also nachdem das Fett mechanisch beansprucht wurde.

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Welche Klasse für welche Schmierstelle?

Auswahl nach Bauart und Anlage

NLGI 2 ist die Standardklasse für Wälzlager und deckt einen Großteil der industriellen Schmierstellen ab – von Elektromotoren über Pumpen bis zu Lüftern. Wer unsicher ist, liegt mit NLGI 2 meist richtig.

Weichere Klassen (000 bis 1) kommen dort zum Einsatz, wo das Fett gefördert oder verteilt werden muss: in Zentralschmieranlagen mit langen Leitungen, in Getrieben oder bei tiefen Temperaturen, wo ein festes Fett nicht mehr ausreichend nachfließt.

Festere Klassen (NLGI 3) eignen sich für senkrecht stehende Wellen, höhere Temperaturen oder Lager, die gut abgedichtet werden sollen – das Fett bleibt besser an seinem Platz und neigt weniger zum Auslaufen.

Welche Konsistenz ein automatischer Schmierstoffgeber fördern kann, hängt vom Gerätetyp ab. Die LUBIX Database führt zu jedem Fett die NLGI-Klasse und weitere Kennwerte.

Fette nicht nach Konsistenz mischen. Eine andere NLGI-Klasse bedeutet oft auch einen anderen Verdicker oder ein anderes Grundöl. Vor dem Wechsel oder Mischen die Fettverträglichkeit prüfen – unverträgliche Fette können weich werden und ihre Schmierwirkung verlieren.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet
NLGI 2 ist die mittlere Konsistenzklasse mit einer Walkpenetration von 265–295 (in 0,1 mm). Es ist das am häufigsten eingesetzte Wälzlagerfett und passt für einen Großteil der industriellen Schmierstellen.
Für die meisten Wälzlager ist NLGI 2 richtig. Weichere Klassen (0 oder 1) nutzt man bei tiefen Temperaturen oder in Zentralschmieranlagen, festere (NLGI 3) bei stehenden Wellen oder höheren Temperaturen.
Nein. Sie beschreibt nur die Konsistenz. Der Temperaturbereich hängt von Grundöl und Verdicker ab und steht getrennt im Datenblatt.
Nicht ungeprüft. Unterschiedliche Klassen bedeuten oft unterschiedliche Verdicker; entscheidend ist die Verträglichkeit der Fette, nicht nur die Konsistenz. Im Zweifel das Altfett entfernen.
Über die Walkpenetration nach DIN ISO 2137: Ein Normkonus sinkt in das durchgearbeitete Fett ein, die Eindringtiefe in 0,1 mm bestimmt die Klasse.