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Schmierstoffgeber richtig auswählen: die Kriterien

Den einen besten Schmierstoffgeber gibt es nicht – nur den passenden für die Schmierstelle. Sechs Kriterien grenzen die Wahl zuverlässig ein.

Geber auswählen – Die Kriterien für den richtigen Schmierstoffgeber · LUBIX WissenLUBIX · WISSENGeber auswählenDie Kriterien für den richtigen Schmierstoffgeber
⚡ Kurz erklärt

Der passende Schmierstoffgeber ergibt sich aus sechs Kriterien: der Anzahl der Schmierstellen (Einzel- oder Mehrpunkt), der Antriebsart (gaserzeugend oder elektromechanisch), dem benötigten Volumen und der Laufzeit, dem nötigen Druckaufbau und der Leitungslänge, den Umgebungsbedingungen (Temperatur, Ex-Schutz, Wasser, Staub) sowie dem Schmierstoff selbst (Fett oder Öl und dessen Konsistenz).

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Spendezeit-Rechner für Schmierstoffgeber

Abgabemenge aus Behältervolumen und Laufzeit
ml/Monat
bei Fett gilt grob ml ≈ g (Richtwert)

Richtwert – lineare Abgabe angenommen; der Einstellbereich des Geräts ist maßgeblich. Einpunkt-Geber gibt es üblicherweise mit 60–500 ml und einstellbarer Laufzeit von 1–12 Monaten. Wie viel Fett je Nachschmiervorgang nötig ist, zeigt der Nachschmiermengen-Rechner; maßgeblich bleibt die Herstellerangabe.

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Eine Stelle oder mehrere?

Einzelpunkt, Mehrpunkt oder Zentral

Der erste Schnitt ist die Zahl der Schmierstellen. Eine einzelne Stelle versorgt ein Einzelpunkt-Geber. Liegen mehrere Stellen nah beieinander, kann ein Mehrpunkt-System oder eine Zentralschmierung sie aus einer Einheit versorgen – das spart Geräte und Wartung. Die Unterschiede der Systemarten erklären die Systemseiten.

Illustration: Schmierstoffgeber nach fünf Kriterien auswählenSchmierstoffgeber auswählenDie wichtigsten Auswahlkriterien1Schmierstellen-ZahlEinzelpunkt oder Mehrpunkt2UmgebungTemperatur, Ex-Zone, Nässe, Staub3Förderweg & DruckDirekt oder per Schlauch (Druckaufbau)4Spendezeit & MengeBehältergröße und Laufzeit5AntriebChemisch oder elektromechanischRichtwert · lubix.de
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Die Antriebsart

Gaserzeugend oder elektromechanisch

Die Antriebsart bestimmt, wie der Geber Druck aufbaut und wie genau er dosiert:

  • Gaserzeugend (autark) – eine chemische Reaktion baut langsam Gasdruck auf. Solche Geber sind kompakt, brauchen keine Batterie und sind häufig Ex-zertifiziert; das Spendeverhalten ist von der Umgebungstemperatur beeinflusst.
  • Elektromechanisch – ein motorisch angetriebener Kolben baut Druck auf. Diese Geber dosieren temperatur- und druckunabhängig, sind fein einstellbar, erreichen höhere Drücke und lassen sich teils vernetzen und überwachen.

Die konkreten Geräte und ihre Kennwerte stehen in der Schmierstoffgeber-Übersicht.

🪣

Volumen und Laufzeit

Wie lange ein Geber durchhält

Behältergröße und eingestellte Spendezeit bestimmen, wie lange ein Geber ohne Wechsel auskommt. Die Logik dahinter ist einfach: Die abgegebene Menge pro Zeit ergibt sich aus Nachschmiermenge und Nachschmierintervall der Schmierstelle. Ein größerer Behälter oder eine längere Spendezeit verlängern die Standzeit – sinnvoll bei schwer zugänglichen Stellen, an denen ein Wechsel aufwendig ist.

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Druckaufbau und Leitungslänge

Direkt montiert oder über Schlauch

Sitzt der Geber direkt auf der Schmierstelle, genügt ein geringer Druckaufbau. Muss er entfernt montiert und über eine Schlauchleitung angebunden werden – etwa weil die Stelle heiß, eng oder gefährlich ist – steigt der nötige Druck mit der Leitungslänge und dem Gegendruck der Schmierstelle. Lange Leitungen verlangen einen Geber mit hohem Druckaufbau; für kurze, direkte Montage reicht weniger.

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Die Umgebung

Temperatur, Ex-Schutz, Wasser, Staub

Die Einsatzumgebung schließt Bauarten aus oder ein:

  • Temperatur – Dauer- und Spitzentemperatur in °C; bei gaserzeugenden Gebern ist das Spendeverhalten temperaturabhängig, bei elektromechanischen nicht.
  • Ex-Schutz / ATEX – in explosionsgefährdeten Bereichen sind ausschließlich entsprechend zertifizierte Geber zulässig; hier kommen gaserzeugende, Ex-zertifizierte Geräte zum Einsatz.
  • Wasser und Staub – die Schutzklasse (IP) muss zur Umgebung passen, besonders im Außen- und Nassbereich.
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Schmierstoff und Konsistenz

Fett oder Öl – und welche NLGI-Klasse

Der Geber muss den vorgesehenen Schmierstoff fördern können. Erst klären, ob Fett oder Öl richtig ist, und welche NLGI-Konsistenz die Schmierstelle braucht – ein sehr festes Fett verlangt einen Geber, der es noch sicher fördert. Die Schmierstoffauswahl selbst beschreibt der Beitrag Schmierstoff auswählen.

So gehst du vor

Von der Schmierstelle zum Gerät
  1. Anzahl und Lage der Schmierstellen klären (eine, mehrere nah beieinander, viele verteilt).
  2. Schmierstoff und Konsistenz festlegen.
  3. Menge und Intervall der Stelle bestimmen → daraus Volumen und Laufzeit.
  4. Montageart und nötigen Druckaufbau (Leitungslänge) prüfen.
  5. Umgebung bewerten: Temperatur, Ex-Schutz, IP-Anforderung.
  6. Antriebsart und Gerät auswählen – der Schmierstoffgeber-Finder grenzt die Auswahl in wenigen Fragen ein.

Alle Schmierstellen mit Anforderungen und gewähltem Gerät dokumentierst du im Schmierstellen-Manager.

Im Zweifel über die Anwendung gehen. Wer von der Schmierstelle her denkt – Stelle, Schmierstoff, Menge, Umgebung – kommt zuverlässiger zum richtigen Gerät als über den Produktnamen. Konkrete Geber und Kennwerte stehen in der Übersicht.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet
Das ergibt sich aus Anzahl der Stellen, Antriebsart, Volumen und Laufzeit, nötigem Druckaufbau und Umgebung sowie dem Schmierstoff. Der Schmierstoffgeber-Finder grenzt die Wahl in wenigen Fragen ein.
Gaserzeugende Geber sind kompakt, autark und oft Ex-zertifiziert, ihr Spendeverhalten ist temperaturabhängig. Elektromechanische dosieren temperatur- und druckunabhängig, sind fein einstellbar und teils vernetzbar.
In explosionsgefährdeten Bereichen sind nur entsprechend zertifizierte Geber zulässig – üblich sind gaserzeugende, Ex-zertifizierte Geräte. Die Zoneneinteilung ist vorab fachgerecht festzulegen.
Das hängt von Behältergröße und eingestellter Spendezeit ab – also von Nachschmiermenge und -intervall der Stelle. Größeres Volumen oder längere Spendezeit verlängern die Standzeit.