H1, H2 oder 3H? Lebensmittelechte Schmierung einfach erklärt
In Lebensmittel-, Getränke- und Pharmabetrieben müssen Schmierstoffe besondere Anforderungen erfüllen. Die Kürzel H1, H2, 3H und ISO 21469 klingen kompliziert – sind aber schnell verstanden.
⚡ Kurz erklärt
H1-Schmierstoffe sind für Bereiche zugelassen, in denen es zu zufälligem, technisch unvermeidbarem Kontakt mit dem Lebensmittel kommen kann – allerdings nur in Spuren, nicht als bewusster Kontakt. H2 ist für Stellen ohne mögliche Berührung, 3H sind Trennmittel mit direktem Kontakt (z. B. auf Blechen oder Haken). ISO 21469 ist eine strengere, auditierte Zertifizierung, die auch die Herstellung prüft. Wichtig: maßgeblich ist immer die NSF-Registrierung bzw. Freigabe des konkreten Produkts durch den Hersteller.
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Die NSF-Kategorien im Überblick
Wo darf welcher Schmierstoff hin?
Kategorie
Einsatzbereich
Kontakt
H1
wo Kontakt technisch nicht ausgeschlossen ist
zufällig, nur unvermeidbare Spuren
H2
an Stellen ohne Kontaktmöglichkeit
keiner
3H
Trennmittel, direkt auf Fläche oder Produkt
direkter Kontakt vorgesehen
H3
lösliche/essbare Öle, z. B. Korrosionsschutz an Haken und Wagen
direkt
Die Kategorien ordnen den Einsatzbereich ein. Ob ein Produkt tatsächlich registriert ist, steht in der NSF-Registrierung bzw. der Herstellerfreigabe – die ist maßgeblich.
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Was H1 wirklich bedeutet (und was nicht)
Kein Lebensmittel, sondern Schmiermittel
H1 heißt nicht, dass der Schmierstoff ein Lebensmittel ist oder beliebig hineingehört. Es bedeutet: Falls bauartbedingt einmal eine winzige Spur ins Produkt gelangt, ist das gesundheitlich unbedenklich. Der Schmierstoff bleibt ein technisches Schmiermittel – er soll das Lager schmieren, nicht das Produkt berühren. „Lebensmittelecht" ist die umgangssprachliche Kurzform für NSF-H1-registriert.
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ISO 21469 und HACCP – wie das zusammenhängt
Registrierung, Zertifizierung, System
Die NSF-Registrierung prüft die Rezeptur: Sind alle Inhaltsstoffe für H1 zugelassen? ISO 21469 geht weiter – eine auditierte Zertifizierung, die auch Herstellung, Abfüllung und Hygiene des Schmierstoffs betrachtet. HACCP dagegen ist kein Schmierstoff-Siegel, sondern das Lebensmittelsicherheits-System des Betriebs. H1-Schmierstoffe helfen, dessen Anforderungen am kritischen Punkt „Schmierung" zu erfüllen.
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Worauf Sie im Betrieb achten sollten
Praxis in Lebensmittel & Pharma
Nur registrierte bzw. freigegebene Produkte einsetzen und die Registrierung dokumentieren.
H1 nicht mit Standardfett mischen – beim Wechsel die Verträglichkeit prüfen und Altfett möglichst entfernen.
Automatische Geber lassen sich auf Wunsch mit Ihrem freigegebenen H1-Fett befüllen (Eigenfett) – so bleibt die Freigabe erhalten.
H1 kennzeichnet Schmierstoffe für Bereiche, in denen zufälliger, technisch unvermeidbarer Kontakt mit dem Lebensmittel möglich ist – in unbedenklichen Spuren, nicht als bewusster Kontakt.
H1: Kontakt möglich, nur Spuren. H2: kein Kontakt möglich. 3H: Trennmittel mit direktem Kontakt. Zusätzlich gibt es H3 für lösliche bzw. essbare Öle.
Umgangssprachlich ja. Korrekt ist „NSF-H1-registriert". Maßgeblich ist die Registrierung bzw. Freigabe des konkreten Produkts.
Eine strengere, auditierte Zertifizierung, die über die Rezeptur hinaus auch Herstellung und Hygiene des Schmierstoffs prüft.
Dort, wo Kontakt möglich ist, H1; an Stellen ohne Kontaktmöglichkeit genügt oft H2. Die Einstufung richtet sich nach dem konkreten Bereich.
Nur nach Verträglichkeitsprüfung. Beim Wechsel das Altfett möglichst entfernen; im Zweifel den Hersteller fragen.